Dillinger Hütte baut auch nach Turnaround Personal ab

Fünfjahreshoch in der Produktion erreicht

Dillinger Hütte baut auch nach Turnaround Personal ab

dpa-afx/BZ Dillingen – Trotz deutlicher Steigerungen in Umsatz und Ergebnis der Dillinger Gruppe, zu der auch die Dillinger Hüttenwerke zählen, wird der im vergangenen Jahr begonnene Personalabbau wie geplant fortgesetzt. Das gab das Unternehmen am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz bekannt. Bis 2020 soll die Beschäftigtenzahl dort von derzeit 4 932 auf 4 700 gesenkt werden. Noch 2016 wurden rund 5 100 Männer und Frauen beschäftigt. “Wir werden auch den weiteren Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erreichen”, sagte Personalvorstand Peter Schweda. Zum einen sei die Fluktuation außerordentlich hoch, zum anderen solle die Altersteilzeit beschleunigt werden. Die AG der Dillinger Hüttenwerke wird dominiert von der DHS Dillinger Hütte Saarstahl, an der ArcelorMittal gut 30 % hält.Auf den Personalabbau hatten sich Vorstand und Betriebsrat vor einem Jahr im Zuge des Konzepts “Dillinger 2020” zur langfristigen Standortsicherung geeinigt. Anlass war ein Millionenverlust des Unternehmens gewesen. Zwar drehte das konsolidierte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von minus 80 Mill. Euro 2016 auf nunmehr 87 Mill. Euro ins Plus, doch Vorstandssprecher Fred Metzken relativierte diesen Erfolg: “Wir haben den Turnaround geschafft, wir kommen aus dem Minus in positive Zahlen. Aber man muss auch sehen, wir kommen von ganz unten. Weiter runter ging es eigentlich nicht mehr.”Er betonte, dass die Kosten weiter gesenkt werden müssten. “Auch die Mitarbeiter haben verstanden, dass wir einen notwendigen Veränderungsprozess vor uns haben, der uns alle sehr beansprucht”, sagte er. Denn am Ende werde nicht ein “temporäres Hoch entscheiden”, wie man es vielleicht heute habe, sondern es gelte, die Ergebnisse nachhaltig zu gestalten.Mit den Ergebnissen des vergangenen Jahres zeigte sich der Vorstand dennoch sehr zufrieden. Dank einer Steigerung der Mengen und Erlöse war es der Dillinger Gruppe gelungen, die Umsatzerlöse um 20,4 % auf 2,12 Mrd. Euro zu erhöhen. Zudem verzeichnete die Gruppe ein Fünfjahreshoch in der Produktion. In den Walzwerken in Dillingen und Dunkerque stieg sie um 8,6 % auf 2,04 Millionen Tonnen.Für das laufende Jahr rechnet Dillinger mit einer guten Nachfrage aus Maschinenbau, Stahlbau und Baumaschinen, aber mit einer “temporären Konjunkturdelle” in den Abnehmerbranchen Offshore-Wind und damit im Rohrblechgeschäft.