Douglas setzt Aufholjagd fort
Douglas setzt Aufholjagd fort
Douglas setzt Aufholjagd fort
Gestiegene Zinskosten – Wachstum in allen Segmenten
ab Düsseldorf
Die Parfümeriekette Douglas hat die Aufholjagd im zweiten Quartal fortgesetzt. Im Zeitraum Januar bis März stiegen die Erlöse sowohl im stationären Handel als auch im E-Commerce zweistellig, wie der zu CVC gehörende Handelskonzern mitteilte. Dazu überproportional verbesserte sich das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen, das sich im Berichtsquartal um ein Drittel auf 127 Mill. Euro erhöhte.
Unter dem Strich schrieb die Handelskette allerdings erneut rote Zahlen, wenngleich sich der Periodenverlust spürbar auf 56 (i.V. −102) Mill. Euro verringerte. Das lag nicht zuletzt an den höheren Zinskosten im Gefolge der Leitzinserhöhungen durch die Zentralbank. So verringerte sich das Finanzergebnis im Berichtsquartal auf −70 Mill. Euro nach −57 Mill. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Gegen weitere mögliche Zinserhöhungen sei Douglas jedoch abgesichert, heißt es.
Auf Sicht des ersten Halbjahres steht ein Überschuss von 71 (−31) Mill. Euro zu Buche. Zum Umsatzwachstum um ein Fünftel auf 859 Mill. Euro trugen im Berichtsquartal alle Segmente bei. Dabei legten die Regionen deutschsprachiger Raum und Niederlande sowie Osteuropa satte Umsatzsprünge hin. In Südeuropa wuchsen die Umsätze dagegen nur um 2,4%. Ergebnisseitig gelang jedoch ein Zuwachs um 45%. In Frankreich nahm der Umsatz zwar um 8,7% zu, das Ergebnis gab jedoch leicht nach.
Investition ins Filialnetz
Inzwischen nimmt Douglas auch wieder gezielt Investitionen in das Filialnetz vor. Im Januar erfolgt der Markteintritt in Slowenien mit der Eröffnung von drei Stores in der Hauptstadt Ljubljana. Zudem ist für das zweite Halbjahr der Markteintritt in Belgien geplant.
Entsprechend positiv fällt die Bewertung des seit Oktober 2022 amtierenden CEO Sander van der Laan aus: „Der Blick auf ein weiteres erfolgreiches Quartal demonstriert deutlich die Resilienz und Zukunftsfähigkeit unseres Geschäftsmodells – selbst in einem von Inflation und gestörten Lieferketten gekennzeichneten wirtschaftlichen Umfeld.“ Der Lieferkettenproblematik begegnet Douglas mit einer erhöhten Vorratshaltung. Das schlug sich im Aufbau des Net Working Capital nieder.
Im Rahmen der neuen Strategie will Douglas den Gruppenumsatz bis 2026 auf 5 Mrd. Euro ausbauen. Das operative Ergebnis soll dazu im Gleichschritt wachsen.
Allerdings sind die finanziellen Risiken eine positive Fortführungsprognose betreffend weiterhin hoch, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht. Douglas hatte sich im März 2021 erfolgreich refinanziert. Basierend auf der aktuellen Liquiditätsplanung sei ausreichend Cash vorhanden, um die Zahlungsverpflichtungen der nächsten zwölf Monate zu decken, heißt es. Per 31. März war ein Cash-Polster von 238 Mill. Euro vorhanden, 18,6% weniger als zwölf Monate zuvor.
Zwar ist der Schuldenhebel noch immer weit hochgezogen, doch wurde der Leverage binnen Jahresfrist vom Sechsfachen des bereinigten Ebitda bereits auf das 4,9-Fache des Ebitda gesenkt.
