Drohende Strafzölle belasten Bombardier
Drohende Strafzölle belasten Bombardier
lis Frankfurt – Dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier drohen hohe Strafzölle in den USA. Diese Aussicht drückte den Aktienkurs des Unternehmens am Mittwoch um zeitweise 9 %. Das US-Handelsministerium hatte Strafzölle von rund 220 % angekündigt, die mit unfairen Staatsbeihilfen Kanadas begründet wurden, die wiederum der US-Rivale Boeing beklagt hatte. Von den Strafzöllen betroffen wären Passagierjets der neuen C-Serie von Bombardier, deren Preis sich in den USA damit mehr als verdreifachen würde. Eine endgültige Entscheidung darüber trifft die internationale Handelskommission der USA wohl erst 2018. Die hohen Investitionen in die C-Serie hatten Bombardier in ernste Schwierigkeiten gebracht, die Provinz Quebec hatte dem Konzern finanziell unter die Arme gegriffen.Der Streit zwischen Bombardier und Boeing hatte sich an einer Bestellung von 75 Maschinen der C-Serie durch Delta Air Lines im April 2016 entzündet. Boeing beschwerte sich damals, dass die Maschinen wegen ungerechter Subventionen deutlich unter dem üblichen Preis verkauft worden seien. Bombardier nannte den Strafzoll “absurd”. Von der kanadischen Regierung hieß es, dies ziele darauf ab, Bombardiers C-Serie aus dem US-Markt zu drängen. Ministerpräsident Justin Trudeau hatte wegen des Streits bereits den Kauf von Boeing-Kampfjets auf Eis gelegt.