Dürr erfüllt zweimal gesenkte Prognose

Coronavirus belastet Ergebnis im aktuellen Quartal

Dürr erfüllt zweimal gesenkte Prognose

jh München – Dürr hat im vergangenen Jahr besser als nach zwei Warnungen befürchtet abgeschnitten. Auch der rekordhohe Auftragseingang und der Ausblick des Herstellers von Maschinen und Anlagen kam an der Börse gut an: Mit einem Kursanstieg von 4,8 % auf 27,86 Euro war Dürr am Donnerstag der größte von nur drei Gewinnern im MDax.Für dieses Jahr strebt Dürr eine Umsatzrendite von 5,2 bis 5,7 % an – bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Von 2023 an soll die Marge mindestens 8 % betragen. Im vergangenen Jahr ging sie auf 5,0 (i. V. 6,0) % zurück. Das lag auch an Sonderaufwendungen von 67 Mill. Euro. Davon entfielen 37 Mill. Euro auf die Tochterfirma Homag, den Weltmarktführer für Holzbearbeitungstechnik. Wie berichtet, streicht Dürr bis Ende dieses Jahres rund 350 der 4 100 Stellen von Homag in Deutschland. Homag werde in den nächsten Jahren der größte Hebel für die steigende Profitabilität von Dürr sein, sagte der Vorstandsvorsitzende Ralf Dieter.Die Coronavirus-Welle werde vor allem wegen der Folgen in China den Umsatz von Dürr im aktuellen Quartal um 50 Mill. bis 70 Mill. Euro senken und das Ebit mit rund 10 Mill. Euro belasten, kündigte Dieter an. Aufträge seien bisher nicht storniert worden. Wegen Quarantäne gebe es derzeit aber nicht genug Lkw-Fahrer in China. Die Konzernprognose für das gesamte Jahr 2020 steht unter dem Vorbehalt, dass sich im zweiten Quartal die Lage normalisiert und Dürr dann den Rückstand aufholt, wie Dieter berichtete. Ob der Umsatz steigt, ist angesichts der Prognosespanne von 3,9 Mrd. bis 4,1 Mrd. Euro ungewiss. Der Auftragseingang soll 3,8 Mrd. bis 4,1 Mrd. Euro betragen. 2019 übertraf er erstmals den Wert von 4 Mrd. Euro. Dazu trugen nach Angaben des Unternehmens in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart vor allem die Umwelttechnik und die wachsende Nachfrage nach Produktionstechnik für Elektroautos bei. Technik für Verbrennungsmotoren mache nur noch 1 % des Konzernumsatzes aus.