Einbruch in den USA kostet Takkt die Prognose

Wirbelstürme verschlechtern ohnehin maue Lage

Einbruch in den USA kostet Takkt die Prognose

igo Stuttgart – Der Versandhändler für Geschäftsausstattungen Takkt kann seine Jahresprognose nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres nicht mehr erreichen. Grund dafür sind schlechter als erwartet laufende Geschäfte in den USA, wo Takkt gut die Hälfte des Umsatzes erlöst. Das Unternehmen, an dem die Haniel-Holding gut 50 % hält, geht nunmehr von einem organischen Umsatzplus von 0 bis 1 % aus. Die operative Marge (Ebitda-Marge) soll weiterhin in der Mitte des bisher geplanten Zielkorridors liegen und wird bei 13,2 % bis 13,5 % erwartet. Ursprünglich war Takkt von einem organischen Erlöswachstum um 2 % bis 5 % ausgegangen.In den ersten neun Monaten lag das organische Wachstum bei 0,5 %. Zwar wächst Takkt in Europa, in den USA strauchelt der Konzern dagegen seit Jahresbeginn (vgl. BZ vom 8. September). Nach dem Halbjahr hatte Finanzvorstand Claude Tomaszewski dies vor allem damit begründet, dass sich die US-Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel aufgrund der Marktveränderungen – der Eintritt von Lidl oder der Kauf von Wholefoods durch Amazon – mit Investitionen zurückhielten. Im September sank nun aber auch der Auftragseingang aller in Texas und Florida tätigen Sparten, bedingt durch die Auswirkungen der Wirbelstürme. Zudem lief ein Rahmenabkommen mit einem größeren staatlichen Kunden aus.Im dritten Quartal sank der Umsatz konzernweit um 2,5 % auf 280 Mill. Euro. Um Währungseffekte bereinigt lag das Minus bei 0,1 %. Während der europäische Markt um 4,2 % auf 134 Mill. Euro zulegte, gingen die Erlöse in den USA um 7,9 % auf 147 Mill. Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) sank um 10,5 % auf knapp 38 Mill. Euro, während die Ebitda-Marge von 14,6 % auf 13,4 % schrumpfte. Nach neun Monaten liegt die Marge bei 14,2 % nach 16,3 % im Vorjahreszeitraum. Allerdings verdoppelte Takkt die Investitionen im laufenden Jahr annähernd auf 20 Mill. Euro und gab zudem für Beteiligungen am Venture-Capital-Fonds Cavalry Ventures und an einer Online-Buchungsplattform 1 Mill. Euro aus. Im Sommer übernahm Takkt auch den Hersteller von Display-Systemen Mydisplays, der zuletzt 3 Mill. Euro Umsatz und eine Ebitda-Marge von 12 % bis 13 % erreichte.