Elliott geht bei Arconic aufs Ganze

Hedgefonds ignoriert Kompromissvorschlag

Elliott geht bei Arconic aufs Ganze

sp New York – Der Hedgefonds Elliott Management lässt es im Proxy-Kampf um seinen Einfluss beim Aluminiumspezialisten Arconic auf einen Showdown ankommen. Das Angebot des US-Konzerns, für den Investor noch einmal zwei Plätze und damit insgesamt fünf Sitze im 13-köpfigen Board freizuräumen (vgl. BZ vom 26. April), wurde von Elliott abgelehnt. Damit kommt es auf der anstehenden Hauptversammlung zu einer Kampfabstimmung, in der Elliott mit vier neuen Kandidaten gegen den Willen des Managements die Mehrheit im Board anstrebt. Arconic, die am Dienstagabend mit den Zahlen zum ersten Quartal positiv überraschen konnte, äußerte sich nicht zu der jüngsten Eskalation in der seit Januar andauernden Auseinandersetzung. In der vergangenen Woche musste CEO Klaus Kleinfeld ebenfalls auf Betreiben von Elliott seinen Hut nehmen (vgl. BZ vom 21. April). Mehrheit im Board angepeilt”So wie die Dinge liegen, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass nur die Wahl aller vier hoch qualifizierten, von den Aktionären nominierten Kandidaten für den Board die nötigen Veränderungen bei Arconic bringt”, heißt es in einem Brief des Aktivisten an die Aktionäre des Spin-off von Alcoa. Elliott fordert außerdem die Einsetzung eines Komitees zur Überwachung des Tagesgeschäfts, in dem die von dem Aktionär bestimmten Board-Mitglieder den Ton angeben sollen. Das Komitee, das bereits mit der Suche eines Nachfolgers für Kleinfeld beauftragt wurde, soll ebenfalls mehrheitlich mit den von Elliott entsandten Direktoren besetzt werden. Mit Larry Lawson, einem ehemaligen Manager von Lockheed und CEO von Spirit Aerosystems, hat der Investor bereits den bevorzugten Kandidaten für die Nachfolge Kleinfelds gekürt.”Wir würden es vorziehen, die Proxy-Auseinandersetzung unter vernünftigen Bedingungen beizulegen, die den Anforderungen von guter Governance entsprechen”, hatte Arconic dem Investor noch am Montag mitgeteilt. “Wir sind nicht gewillt, unangemessenen Forderungen zuzustimmen, die Elliott einen ungebührlich hohen Einfluss einräumen und nicht im Sinne der Eigentümer sind”, heißt es in dem Schreiben.