Elliott Management gewinnt Energiewette

US-Konzern NRG kündigt Umbau an - Aktie springt 40 Prozent - Wettlauf mit Berkshire Hathaway

Elliott Management gewinnt Energiewette

Von Stefan Paravicini, New YorkDiese Wette auf den US-Energiesektor scheint für den Aktivisten Elliott Management voll aufzugehen: NRG aus Texas, bei der Elliott zusammen mit Bluescape Energy Partners im Januar mit 9,4 % eingestiegen ist, hat am Mittwoch Pläne für einen von den neuen Investoren angemahnten Konzernumbau bekannt gegeben, der den Verkauf von Assets, den Abbau von Schulden sowie Kostenreduktionen beinhaltet und das Unternehmen nach einem kostspieligen Ausflug in das Feld der erneuerbaren Energien wieder auf die konventionelle Erzeugung für den texanischen Energiemarkt fokussieren soll. Die Aktie kletterte darauf um 30 % und notierte auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Am Donnerstag ging es noch einmal um fast ein Zehntel nach oben. Im Vergleich zum Schlusskurs vom Dienstag hat die Aktie mehr als 40 % zugelegt. Die Marktkapitalisierung von NRG liegt nach dieser Energielistung bei etwas mehr als 7 Mrd. Dollar.Konkret hat der Konzern aus Houston, Texas, angekündigt, sich unter anderem von Teilen der Tochter NRG Yield zu trennen, die der Konzern nach dem Vorbild anderer ähnlich strukturierter “Yieldcos” vor vier Jahren an die Börse brachte, um die Mittel für Investitionen in die erneuerbaren Energien einzusammeln.NRG Yield ist an Projekten von NRG in diesem Segment beteiligt, zum Beispiel an den von dem Energiekonzern aus Houston, Texas betriebenen Windfarmen. Die Papiere von NRG Yield legten gestern um 1,4 % zu und stellten den Börsenwert der Gesellschaft auf 3,2 Mrd. Dollar. Auch ein Komplettverkauf ist möglich. Insgesamt peilt NRG Assetverkäufe in der Größenordnung von 2,5 bis 4 Mrd. Dollar an. Mit den Divestitionen will der Konzern insgesamt Schulden in Höhe von 9 Mrd. Dollar loswerden. Hinzu kommen Kosteneinsparungen, die bis 2020 zusätzliche Barmittel in Höhe von gut 6 Mrd. Dollar einbringen könnten. Er sei sehr zufrieden, dass der von Elliott eingeleitete Prozess so einen starken Plan für die Aktionäre erbracht habe, sagte Jeff Rosenbaum, Portfoliomanager des Investors, der im Februar drei neue Mitglieder in den Board von NRG entsandte.Eine andere Wette im US-Energiesektor wird für Elliott zum Wettlauf gegen die Zeit, während Warren Buffett mit der von ihm kontrollierten Berkshire Hathaway an der Uhr dreht. Während Elliott an der Finanzierung einer Gegenofferte für die insolvente Energy Future Holding (EFH) bastelt, drückt Berkshire mit ihrem vor einer Woche vorgelegten Angebot (vgl. BZ vom 8. Juli) für den texanischen Energiekonzern aufs Tempo. Statt der üblichen 180 Tage, drängt Berkshire die zuständigen Aufsichtsbehörden, ihre Freigabe innerhalb von maximal 90 Tagen zu erteilen, wie in dieser Woche aus einer Anhörung vor einem Insolvenzrichter in Wilmington, Delaware, hervorging. Verlust mit Anleihen drohtBuffett will EFH – besser bekannt unter dem früheren Namen TXU – für rund 18 Mrd. Dollar inklusive Nettoschulden von 9 Mrd. Dollar übernehmen. Elliott ist der größte Anleihegläubiger der Gesellschaft und würde bei diesem Deal einen empfindlichen Verlust machen.