ElringKlinger setzt auf E-Mobilität statt Diesel
ElringKlinger setzt auf E-Mobilität statt Diesel
igo Stuttgart – Der Zulieferkonzern ElringKlinger will sich künftig noch stärker als bisher in Richtung Elektromobilität entwickeln. Bis 2030 soll der Bereich Leichtbau und Elektromobilität den Umsatzanteil von derzeit 4 % auf mehr als 25 % steigern. Das bisherige Kerngeschäft als Lieferant von Komponenten wie Dichtungen für Autohersteller, das im vergangenen Geschäftsjahr für 80 % der Umsätze stand, soll dann noch für die Hälfte der Erlöse sorgen. Der sonstige Umsatz soll außerhalb der Autoindustrie erzielt werden.Vorstandschef Stefan Wolf rechnete bei der Bilanzvorlage angesichts möglicher Fahrverbote für Diesel-Autos und des Handelsstreits mit den USA mittelfristig mit Gegenwind für den Pkw-Absatz. 2018 soll das Umsatzwachstum des Konzerns, wie bereits im Vorjahr, um 2 bis 4 Prozentpunkte über dem weltweiten Marktzuwachs liegen. Während Experten dem Konzern zufolge ein globales Plus von bis zu 4,3 % erwarten, gehe ElringKlinger von 2 % bis 3 % aus. Die operative bereinigte Rendite soll vor Kaufpreisallokation bei rund 9 % liegen und mittelfristig steigen. Das bisher ausgegebene Mittelfristziel von 13 % Marge nennt der Konzern in seinem Geschäftsbericht jedoch nicht mehr. Wolf verwies auf die parallelen Bemühungen der Industrie, E-Mobilität auszubauen und gleichzeitig Verbrennungsmotoren sauberer zu machen, was die Kosten erhöhe und die Margen unter Druck setze. ElringKlinger hat sich im Dezember vom Geschäft mit der Abgasnachbehandlung getrennt und die Tochter Hug Engineering an den französischen Zulieferkonzern Faurecia verkauft (vgl. BZ vom 23.12.2017). Bereits im ersten Quartal hatte sich ElringKlinger am Ingenieursdienstleister Hofer beteiligt und damit elektronisches Know-how erworben, um künftig komplette elektrische Antriebssysteme für Luxusautos herstellen zu können. Hofer, an der ElringKlinger laut Geschäftsbericht 28,89 % hält, weist für 2017 einen Verlust von 1,6 Mill. Euro aus. Der Buchwert der Beteiligung beträgt 28,6 Mill. Euro. Auch für 2017 hatte sich ElringKlinger zwischen 9 % und 10 % Rendite vorgenommen – dieses Ziel mit 8,5 % jedoch verpasst. Während der Umsatz um 6,8 % auf 1,7 Mrd. Euro gesteigert wurde, legte das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) nur leicht von 136 Mill. Euro auf 137 Mill. Euro zu. Die Ebit-Rendite sank entsprechend um einen halben Prozentpunkt. Ein Grund für den Gewinnrückgang waren erneut hohe Kosten bei der Schweizer Tochter für Wärmeschutzschilde. Sie wird noch immer restrukturiert, nachdem Kapazitätsengpässe in den vergangenen beiden Jahren zu Sonderkosten, etwa für zusätzliche Schichten und Lagerflächen, geführt und Gewinnwarnungen verursacht hatten. 2017 schränkten zusätzliche Aufwendungen für ein neues Systems zur Ressourcenplanung die Ergebnisverbesserungen ein. Hinzu kommt, dass nun auch hohe Kundenabrufe an den nordamerikanischen Konzernstandorten für Sonderausgaben sorgen.Daneben belasteten vor allem Währungseffekte sowie steigende Rohstoffkosten das Konzernergebnis im vergangenen Jahr. Unterm Strich sank der auf die Aktionäre entfallende Konzerngewinn von 78,6 Mill. Euro im Vorjahr auf knapp 70 Mill. Euro. Daraus sollen die Investoren eine gleichbleibende Dividende von 0,50 Euro je Aktie erhalten. Die Ausschüttungsquote würde sich damit von 40 % im Vorjahr auf 45 % erhöhen.