Eon gibt Uniper-Anteil an Fortum
Eon gibt Uniper-Anteil an Fortum
cru Düsseldorf – Die feindliche Übernahme des Kraftwerksbetreibers Uniper durch den finnischen Konkurrenten Fortum geht in die nächste Runde. Der Eon-Aufsichtsrat hat am Montag entschieden, das im November gestartete freiwillige öffentliche Übernahmeangebot von Fortum für alle Aktien von Uniper anzunehmen. Damit werde Eon nach Vollzug des Angebots die Beteiligung von 46,65 % an Uniper zu einem Preis von 22 Euro pro Aktie an Fortum veräußern, teilte der ehemalige Uniper-Mutterkonzern mit.Der Gesamterlös für Eon wird sich auf 3,76 Mrd. Euro belaufen. Die Frist für Eon, um das Angebot anzunehmen, wäre am Donnerstag abgelaufen. Da Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen schon vorab Fortum den Verkauf des Anteilspakets fest vertraglich zugesichert und sich an dieses Versprechen mit einer ungewöhnlich hohen Vertragsstrafe von mindestens 750 Mill. Euro und bis zu 1,5 Mrd. Euro gebunden hatte, kam die Aufsichtsratsentscheidung nicht überraschend.”Mit dieser Transaktion können wir unseren Anteil an Uniper als Ganzes und zu einem für Eon attraktiven Preis verkaufen”, sagte Teyssen. Allerdings werden die Aktien nun zu 22 Euro das Stück verkauft. Der Kurs der im MDax notierten Uniper-Aktie sank jedoch am Montag um zeitweise 0,8 % auf 25,79 Euro und liegt damit noch immer deutlich über der Fortum-Offerte. Der Börsenwert von Uniper hat sich seit der Abspaltung von Eon und der separaten Börsennotierung im September 2016 mehr als verdoppelt auf 9,4 Mrd. Euro.Fortum erwartet die Erteilung der erforderlichen Freigaben für die Übernahme von Uniper bis Mitte 2018. Erst dann wird der Kaufpreis fließen, wie eine Konzernsprecherin sagte. Bei Eon dürften die Schulden dadurch von 20 Mrd. Euro auf 15 Mrd. Euro sinken, und Vorstandschef Teyssen erhält somit neuen finanziellen Spielraum von rund 5 Mrd. Euro für Investitionen und Zukäufe in den Kernsparten für Stromnetze, Vertrieb und Ökostrom. Frist läuft am 16. Januar abDie erste Annahmefrist für die Fortum-Offerte läuft am 16. Januar aus, die erweiterte Frist am 2. Februar. Danach könnte Fortum laut Finanzkreisen – und entgegen den öffentlichen Ankündigungen – die Offerte noch einmal auf bis zu 30 Euro erhöhen, um weitere Aktien von den in der Uniper-Aktie engagierten Hedgefonds wie Elliott oder Knight Vinke einzusammeln. Alternativ dazu könnte Fortum in der Hauptversammlung auch gemeinsam mit den anderen Großinvestoren die Beherrschung von Uniper anstreben.