Erotikhändler Beate Uhse nach Sanierung vor Neustart
Erotikhändler Beate Uhse nach Sanierung vor Neustart
ste Hamburg – Nach der Gläubigerversammlung in der vergangenen Woche zeichnet sich eine umfassende Sanierung des seit Mitte Dezember insolventen Erotikhandelshauses Beate Uhse und ein Neustart mit Hilfe des Finanzinvestors Robus ab. Der Insolvenzplan, dem die Gläubiger der in Deutschland ansässigen Holdinggesellschaft Beate Uhse AG am 4. April nach Angaben des Hamburger Unternehmens einstimmig zustimmten, sieht vor, den lebensfähigen Teil der Beate-Uhse-Gruppe zu erhalten und Beate Uhse neu aufzustellen. Die Komplexität im Konzern solle reduziert werden, um so “erhebliche Kosten” einzusparen. Dem Insolvenzplan zufolge sollen die werthaltigen Teile der Beate Uhse AG auf die neu gegründete Tochtergesellschaft Be You GmbH übertragen werden. Diese soll über zwei Kapitalerhöhungen mit Mitteln ausgestattet werden, um Kauf und Fortbestand zu sichern. Laufe alles nach Plan, werde der Finanzinvestor Robus, der mit einem Anfang des Jahres gewährten Massedarlehen über 2,7 Mill. Euro die vorläufige Betriebsfortführung sicherte, Anfang Mai diese Teile übernehmen, sagte Georg Bernsau, einer der beiden Generalbevollmächtigten der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff, die den Prozess begleitet, der “Wirtschaftswoche”. Am 19. April muss noch die Gläubigerversammlung der niederländischen Tochtergesellschaft Beate Uhse Netherlands über den Verkauf der werthaltigen Teile entscheiden. “Stimmen die Gläubiger zu, wovon wir ausgehen, ist der Weg frei für eine neue Beate Uhse und das Kerngeschäft wäre gerettet”, so Bernsau laut einer gestern veröffentlichten Mitteilung.Vorgesehen ist, dass mit dem Kaufpreis sowie mit Erlösen aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen Verfahrenskosten, weitere Masseverbindlichkeiten und die Insolvenzdividende für die Gläubiger bezahlt werden. Die seit Mai 1999 börsennotierte Dachgesellschaft in ihrer heutigen Form soll abgewickelt werden und von der Börse verschwinden. Die Aktie notierte gestern bei 2 Cent. Dem Vernehmen nach könnten mehr als die Hälfte der rund 345 Konzernstellen wegfallen. Die Gläubiger, vor allem die Zeichner der zu restrukturierenden 30 Mill. Euro-Anleihe vom Juli 2014, kommt die Rettung teuer zu stehen: Die erste Insolvenzdividende liegt bei gerade 1,77 %. Die Quote für eine zweite Insolvenzdividende könne derzeit noch nicht beziffert werden. Sollten die Gläubiger auf die erste Insolvenzdividende verzichten, würden sie ein Bezugsrecht an der zweiten Kapitalerhöhung der neuen Gesellschaft Be You erhalten. Zur Zeichnung dieser Kapitalerhöhung um bis zu 300 000 Euro werden nur die Anleihegläubiger zugelassen.