Eurowings durch Expansion ein Jahr früher profitabel

Lufthansa erwartet Druck der EU für Alitalia-Lösung

Eurowings durch Expansion ein Jahr früher profitabel

ge/Reuters Berlin – Die Lufthansa-Billigtochter Eurowings will nach dem rapiden Wachstum im vergangenen Jahr weiter kräftig an Höhe gewinnen. “Unser Ziel sind nach wie vor 210 Flugzeuge”, sagte Thorsten Dirks in Berlin. Für diesen Sommer plant der Eurowings-Chef mit rund 190 Maschinen – “ich hoffe, dass wir die in die Luft kriegen”. 2017 war die Gesellschaft auch dank der Air-Berlin-Pleite um 77 % gewachsen und hat “ein Jahr früher als geplant den Sprung in die Gewinnzone geschafft” – wobei Dirks hier das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) meint. Um im Sommer 2019 die angepeilten 210 Jets zur Verfügung zu haben, sei die Airline auf der Suche nach neuen Kapazitäten – “und ja, wir reden auch mit (Niki) Lauda”. Die Lufthansa war mit der Übernahme des gesamten Ferienfliegers Niki an den Bedenken der EU-Kommission über eine zu starke Marktstellung der Kranich-Airline gescheitert. Schließlich wurde Niki von ihrem Gründer Niki Lauda zurückgekauft. Mit 30 zusätzlichen Maschinen und weiteren 70 000 Flügen will Eurowings in diesem Jahr etwa acht Millionen Passagiere mehr befördern und damit insgesamt rund 40 Millionen Reisende.Die Mutter Lufthansa rechnet mit steigendem Druck der Europäischen Kommission auf Italien wegen der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia. “Ich bin sicher, Brüssel wird Zeitdruck aufbauen und eine Lösung erzwingen”, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Brüssel. “Und dann werden wir prüfen, ob sich daraus Chancen für uns ergeben.” Die Lufthansa sei nach wie vor nicht an Alitalia in der jetzigen Form interessiert. Die zum Verkauf stehende Fluggesellschaft müsse restrukturiert werden. Dirks geht davon aus, dass erst eine neue Regierung eine Entscheidung über Alitalia treffen wird – und das könne nach dem schwierigen Wahlergebnis vom Sonntag dauern.Zugleich ist sich Lufthansa-Chef Spohr sicher, dass es in Europa weitere Fusionen in der Branche geben wird: “Europa braucht mehr Konsolidierung und wird mehr Konsolidierung bekommen.” Im vergangenen Jahr musste nicht nur Air Berlin, sondern auch die britische Monarch und Alitalia Insolvenz beantragen. Die italienische Airline steht seither unter staatlicher Verwaltung. Auch die British-Airways-Mutter IAG ist nach den Worten von CEO Willie Walsh an dem italienischen Unternehmen in seiner jetzigen Form nicht interessiert. “Ich denke, unser Fokus auf Italien ist organisches Wachstum – hauptsächlich durch Vueling”, sagte er und bezog sich dabei auf den ebenfalls zum Konzern gehörenden spanischen Billigflieger. Easyjet-Chef Johan Lundgren schließt weitere Akquisitionen nicht aus. “Wie bei Air Berlin werden wir Chancen ergreifen, wenn sie richtig sind”, betonte er.