Evonik investiert 400 Mill. Euro in Marl
Evonik investiert 400 Mill. Euro in Marl
ab Düsseldorf – Der Chemiekonzern Evonik setzt zu einer 400 Mill. Euro schweren Einzelinvestition an. Das Besondere dabei: Die Standortentscheidung ist auf Deutschland gefallen. “Es war keine Entscheidung aus Sentimentalität, sondern Marl ist der beste Standort”, sagt Claus Rettig, Vorsitzender der Geschäftsführung des Segments Resource Efficiency. Geplant wird der Bau einer neuen Produktionsanlage für den Hochleistungskunststoff Polyamid 12, der im Automobil- und Flugzeugbau als Stahlersatz, in der Öl- und Gasindustrie, aber auch im 3-D-Druck eingesetzt wird. In Marl existiert bereits ein Produktionsstrang für Polyamid 12 und seine Vorstufen. Doch nicht nur die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur gab den Ausschlag. Im Vergleich zu Singapur sei der Rohstoffbezug – allen voran Butadien – in Marl günstiger. Die USA seien schon allein aufgrund der immens hohen Baukosten nicht in Frage gekommen, erläutert der Chemie-Manager. Bevor mit dem Bau der Anlage begonnen wird – es handelt es sich um die größte Einzelinvestition in Deutschland -, muss aber noch die Basisplanung erstellt werden. Erst wenn diese den Finanz- und Investitionsausschuss im Aufsichtsrat passiert hat, kann losgelegt werden. Bedenken, dass es am Ende grünes Licht für die Investitionsentscheidung gibt, hegt Rettig jedoch nicht. Mit der Inbetriebnahme der Anlage, mit der Evonik die Produktionskapazität für Polyamid 12 um mehr als 50 % erhöht, wird Anfang 2021 gerechnet. Eine konkrete Kapazitätsangabe macht Evonik nicht. Rettig räumt aber ein, dass es nicht um große Mengen geht. Die Investition soll einen sichtbaren Beitrag zum mittelfristigen Margenziels leisten und dauerhaft einen Cash-flow in dreistelliger Millionenhöhe erwirtschaften. “Die neue Anlage soll nach fünf Jahren die Auslastung erreicht haben”, sagt Rettig und verweist auf das erwartete Marktwachstum von jährlich 5 bis 6 %. Deutlich schneller, mit etwa 20 % p. a., wachse dabei der 3-D-Druck. Allerdings wird hier auch von niedrigem Niveau gestartet. Polyamid 12 sei zuletzt knapp geworden und Evonik als Marktführer sorge nun für die Angebotsausweitung. Neben den Essenern gibt es mit der französischen Arkema, der Schweizer Ems und der japanischen Ube weltweit nur vier Anbieter des speziellen Hochleistungskunststoffs.