DAS CFO-INTERVIEW - ZUR PERSON

Ex-Siemensianer

ds - Beruflich Vollgas geben und die Performancekultur aufs Private übertragen? Das machen viele Top-Manager, nicht aber Klaus Patzak. "Ich möchte das Leben in der Balance halten", sagt der 52-jährige Vater dreier erwachsener Kinder. "Bei der Arbeit...

Ex-Siemensianer

ds – Beruflich Vollgas geben und die Performancekultur aufs Private übertragen? Das machen viele Top-Manager, nicht aber Klaus Patzak. “Ich möchte das Leben in der Balance halten”, sagt der 52-jährige Vater dreier erwachsener Kinder. “Bei der Arbeit will ich mich voll konzentrieren, privat will ich einen Ausgleich finden” – ohne Leistungsstress. Am Wochenende zieht es den Ex-Siemensianer in seine alte Heimat. Er entspannt beim Wandern mit seiner Frau in den Alpen, schwimmt in versteckten Seen und genießt das Bergpanorama, das ihm Mannheim in der Oberrheinebene leider nicht bieten kann.Der gelernte Industriekaufmann und promovierte Diplom-Kaufmann Patzak verließ im Juni 2016 den Posten als Osram-CFO, dort ging ein Riss durch den Vorstand. Patzak lehnte den Weg zu mehr Risiko ab und ging zu Bilfinger. Dort geht es auch um Risikoreduktion. Bei dem Mannheimer Industriedienstleister folgte er Anfang Oktober auf Axel Salzmann. Kurz zuvor war der Brite Tom Blades als CEO nach Mannheim gekommen, ein ehemaliger Linde-Manager, der auf den nach nur elf Monaten Amtszeit Ende April ausgeschiedenen Norweger Per Utnegaard folgte. Patzak begann 1993 in der Zentralabteilung Finanzen von Siemens. Nach drei Jahren in den USA und Rückkehr in die Zentrale in München kam er 2000 zu der aus Siemens hervorgegangenen Infineon. Zwei Jahre später kehrte Patzak zur Mutter zurück und übernahm die Leitung der Bilanzrevision. Es folgten Stationen als Leiter Bilanzierung & Berichterstattung und Reporting & Controlling. Im April 2011 ging er als CFO zur Siemens-Tochter Osram, die 2013 via Spin-off an die Börse kam. Bei Bilfinger hat Patzak nun einen Fünfjahresvertrag. Wann geht es weiter? Er sagt: “Ich bleibe bei Bilfinger, solange ich meine, gebraucht zu werden.”