Fiat Chrysler fährt Milliardenverlust ein
Fiat Chrysler fährt Milliardenverlust ein
bl Mailand – Der Autokonzern Fiat Chrysler Automobiles (FCA) hat im zweiten Quartal einen Verlust von 1,05 (i. V. + 4,65) Mrd. Euro gemacht. Bei einem Absatzrückgang von 63 % auf 424 000 Einheiten brach der Umsatz um 56 % auf 11,7 Mrd. Euro ein. Auch operativ fuhr das Unternehmen mit einem Minus von 0,9 Mrd. Euro tiefrote Zahlen ein. Nur in Nordamerika wurde ein kleiner operativer Gewinn von 39 (1,53 Mrd.) Mill. Euro eingefahren. FCA erzielt auch in “normalen” Zeiten mehr als 90 % des Gewinns in Nordamerika.Die Liquidität blieb mit 17,5 Mrd. Euro trotz erheblicher Mittelabflüsse komfortabel. Dabei wurden bisher 4,5 Mrd. Euro des staatlich garantierten Kredits in Italien noch gar nicht in Anspruch genommen.Konzernchef Mike Manley zeigte sich optimistisch und sieht deutliche Zeichen einer Erholung. Die Nachfrage steige vor allem in Nordamerika, wo die übliche Sommerpause in den Werken ausgesetzt oder verkürzt wurde. Die Profitabilität nehme zu und auch in Lateinamerika und in Europa zögen die Bestellungen an. Positiv hebt das Unternehmen auch hervor, dass FCA in Lateinamerika mit einem Anteil von 15,9 % Marktführer wurde. Das sei vor allem auf Brasilien zurückzuführen.FCA will erst dann eine aktualisierte Guidance herausgeben, wenn die Situation wieder klarer sei. Der Konzern erwartet aber einen positiven industriellen Cash-flow im Gesamtjahr. Positive Impulse werden insbesondere von der Einführung von insgesamt zwölf Hybrid- und Elektromodellen bis Ende 2021 erwartet. Im Laufe des dritten Quartals soll die Elektroversion des Fiat 500 auf den Markt kommen.Die Coronavirus-Krise macht nach Ansicht Manleys die Logik des geplanten Zusammenschlusses mit der Opel-Mutter PSA Peugeot Citroën noch deutlicher. Die Fusion soll trotz kartellrechtlicher Probleme vor allem im Bereich leichter Nutzfahrzeuge bis zum ersten Quartal 2021 realisiert werden.