Fielmann nimmt Marge ins Visier
Fielmann nimmt Marge ins Visier
Fielmann nimmt Marge ins Visier
Optikerkonzern will 125 Mill. Euro bis 2025 einsparen – Prognose für 2023 übertrifft Erwartungen
ste Hamburg
Der Optikerkonzern Fielmann hat im ersten Quartal den Umsatz um 15% auf 478 Mill. Euro so stark gesteigert wie seit dem zweiten Quartal 2021 nicht und zugleich das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) sowie den Vorsteuergewinn überproportional um jeweils 18% verbessert. Neben einer Absatzausweitung und Sondereffekten wie einer einmaligen Reparaturpauschale für Hörsysteme sowie der Erstkonsolidierung der Ende 2022 übernommenen spanischen Medical Óptica Audición wirkten sich erstmals Maßnahmen eines Sparprogramms aus, wie Vorstandschef Marc Fielmann in der Bilanzpressekonferenz des Familienunternehmens erklärte. Zugleich stellte der Konzern am Donnerstag eine Prognose für 2023 vor, die die Markterwartungen übertraf.
Die im SDax gelistete Fielmann-Aktie legte um bis zu 8,8% auf 46,92 Euro zu – der höchste Stand seit Ende Juni 2022. Im vergangenen Jahr drückten antizyklische Preissenkungen, die den Absatzmarktanteil von Fielmann in Deutschland um 2 Prozentpunkte auf 53% erhöhten, sowie Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten in den deutschen Niederlassungen auf die Profitabilität. Nach einem Rückgang des Ebitda und des Vorsteuergewinns im vergangenen Jahr um 14,2% auf rund 340 Mill. Euro bzw. um 23,4% auf knapp 161 Mill. Euro stellt die Optikerkette für 2023 bei einer erwarteten Zunahme des Korrektionsbrillen-Absatzes um 4 bis 8% auf 8,9 bis 9,2 Millionen Brillen sowie einem um 7 bis 10% auf 1,88 Mrd. bis 1,94 Mrd. Euro steigenden Konzernumsatz einen Anstieg des Ebitda um 9 bis 21% auf 370 Mill. bis 410 Mill. Euro in Aussicht.

Die Ebitda-Marge als neue Zielrenditegröße wird bei 20 bis 21 (i.V. 19,3)% angesiedelt. Die Vorsteuerrendite soll zwischen 9 und 11 (9,1)% landen. Im Rahmen der 2019 verkündeten Strategie „Vision 2025“ will Fielmann bis 2025 eine Ebitda-Marge von 25% erreichen, bei der Vorsteuerrendite ist eine Zielmarke von 16% vorgegeben.
Nach Jahren der Umsatzfokussierung will sich der Optikerkonzern nun auf die Marge konzentrieren. Bis 2025 sind Kostensenkungen von 125 Mill. Euro vorgesehen, davon 20 Mill. Euro in diesem Jahr. Als Preisführer müsse man auch Kostenführer sein, so Finanzchef Georg Zeiss. Die Marge soll vor allem durch eine Standardisierung, Digitalisierung und Automatisierung von Kernprozessen gesteigert werden. In Zentralbereichen sollen Stellen wegfallen – Vorstandschef Fielmann sprach von „einigen Dutzend“. Um bei Investitionen nicht nachzulassen und weitere Akquisitionen zu ermöglichen, wird der Hauptversammlung am 13. Juli eine Halbierung der Dividende auf 75 Cent je Aktie vorgeschlagen.
