Fresenius bringt Ergebnis wieder in Schwung
Fresenius bringt Ergebnis wieder in Schwung
Der Gesundheitskonzern Fresenius hat die für 2019 gesteckten Ziele erreicht und bekräftigt die mittelfristige Prognose bis 2023. Nach der Ergebnisstagnation im Vorjahr soll es im laufenden Turnus wieder nach oben gehen. Die Vorhersage für 2020 enthält noch keine Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie, die das Management bislang nicht als finanziell signifikant einstuft.swa Frankfurt – Fresenius-Vorstandschef Stephan Sturm bringt das Selbstverständnis in knappen Worten auf den Punkt: “Nullwachstum beim Ergebnis ist nicht unser Anspruch.” Der abgelaufene Turnus soll somit eine Ausnahme bleiben. Das Management hatte es als “Investitionsjahr” bezeichnet, in dem der Schwerpunkt darauf gelegt wurde, neue Kräfte für künftiges Wachstum zu sammeln. Die Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care (FMC) baut nach der Übernahme von Nxstage in den USA das Geschäft mit der Heimdialyse aus, die auf Infusionstherapien fokussierte Fresenius-Tochter Kabi erweitert und modernisiert ihre Fabriken, das Portfolio an Biosimilars erfordert hohen Entwicklungsaufwand und im deutschen Krankenhausgeschäft ist die Konzerngesellschaft Helios mit kostenintensiven regulatorischen Veränderungen konfrontiert.”Es war ein herausforderndes Jahr”, resümiert Sturm mit Blick auf 2019. “Wir haben viel erreicht, aber auch einige Widerstände zu überwinden gehabt.” In den Zahlen zeigt sich das Übergangsjahr in einem Umsatzwachstum um 6 % auf 35,5 Mrd. Euro und einem stagnierenden bereinigten Konzernergebnis von 1,88 Mrd. Euro. Damit hat Fresenius ihre für den Turnus gesteckten Ziele erreicht und bekräftigt “vollumfänglich” die Mittelfristplanung bis 2023. Die Aktionäre erhalten eine um 5 % auf 0,84 Euro je Titel erhöhte Dividende.Im laufenden Jahr soll der Nettogewinn währungsbereinigt um bis zu 5 % zulegen, womit der Dax-Konzern leicht unterhalb der Mittelfristprognose bleibt, die von 2020 bis 2023 ein durchschnittliches jährliches Ergebnisplus in einer Bandbreite von 5 bis 9 % anpeilt. Mit Blick auf das Schlussquartal 2019, in dem der Umsatz um 6 % und das Konzernergebnis um 3 % ausgebaut wurden, zeigt sich Sturm zuversichtlich, die Ziele im laufenden Jahr zu erreichen.Für Unsicherheit sorgt auch bei Fresenius die Corona-Epidemie, deren Auswirkungen nicht in der Prognose berücksichtigt sind. Es sei zu früh, diese zu beziffern. Aus heutiger Sicht werde es nicht signifikant für das Konzernergebnis im Gesamtjahr sein, sagt Sturm. Dabei kommt Fresenius in dem Fall zugute, dass die Aktivitäten in China in Joint Ventures organisiert sind, so dass Belastungen geteilt werden.Am stärksten betroffen ist Kabi, deren Geschäft in China beeinträchtigt ist, weil der Außendienst nicht in die Krankenhäuser vordringen kann. Zudem ist Fresenius für die Medikamentenherstellung von globalen Lieferketten abhängig, wobei wichtige Vorprodukte aus China kommen. Fresenius verfüge über hohe Lagerbestände, bei anhaltenden Engpässen könne es aber Knappheiten geben. Das könnte auch die Versorgung in den deutschen Kliniken der Tochter Helios treffen. Stillstand in ChinaAuch für FMC ist China eine wichtige Region, vor allem im Geschäft mit Dialyseprodukten – es ist hier der zweitgrößte Markt. Die Blutwäsche wird indes erst in elf eigenen Dialysezentren angeboten. Doch China sei das Land mit den meisten Dialysepatienten. Auch für FMC-Chef Rice Powell sind die finanziellen Auswirkungen aus der Corona-Krankheitswelle noch nicht absehbar. Das Unternehmen behandele in China weiterhin seine Patienten und verkaufe seine Produkte. Allerdings habe auch die Arbeit an den Standorten von FMC in Peking, Schanghai und Changshu einige Wochen stillgestanden und werde sukzessive wieder aufgenommen.FMC rechnet im Konzern 2020 unverändert währungsbereinigt mit einem Wachstum von Umsatz und Konzernergebnis im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.Mit Blick auf zukünftige Akquisitionen sieht Fresenius-Finanzchefin Rachel Empey auch bei einem Ende 2020 erwarteten Verschuldungsgrad in Richtung 3,5 noch genügend Spielraum für sinnvolle Zukäufe. Ende des vergangenen Jahres wurden (einschließlich Leasing) 3,6 erreicht. “Wir sind offen, für Akquisitionen über unsere von 3,0 bis 3,5 gesetzte Bandbreite zu gehen”, sagt Empey und verweist auf den “guten Cash-flow” des Konzerns.