Fresenius hält hohes Tempo

Ausblick nach starkem Quartal bekräftigt - Schwächeanfall beim Übernahmeziel Akorn

Fresenius hält hohes Tempo

swa Frankfurt – Nach dem schwungvollen Start ins neue Jahr hat der Gesundheitskonzern Fresenius auch im zweiten Quartal eine hohe Ertragsdynamik gezeigt. Dabei profitierte die Gruppe von einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus der Tochter Kabi, die mit Infusionstherapien und Generika aktiv ist. Auch die seit Februar neu konsolidierte spanische Klinikkette Quirónsalud trug deutlich zum Erfolg bei.Mit dem im zweiten Quartal und auch im ersten Halbjahr erzielten währungsbereinigten Umsatzwachstum um 17 % liegt der Konzern am oberen Rand der Jahresprognose, unterstreicht Vorstandschef Stephan Sturm. Zehn Prozentpunkte des Wachstums habe die Konsolidierung von Quirónsalud für fünf Monate ausgemacht. Der Konzerngewinn kam währungsbereinigt im Quartal um 21 % voran, im Halbjahr sogar um 23 %. Auch hier ist Fresenius auf gutem Weg, die Gewinnprognose eines erwarteten Anstiegs zwischen 19 und 21 % im Jahr zu erreichen. Positive Währungseffekte angesichts der Euro-Stärke dürften sich zudem mit ein bis zwei Prozentpunkten positiv in Umsatz und Ergebnis niederschlagen, deutet Sturm an.Der CEO stellt für das dritte Quartal einen eher moderaten Lauf in Aussicht, bevor die Gruppe in den Endspurt gehe. Diese Einschätzung basiert auf der in Spanien traditionell ausgeprägten Sommerpause im Krankenhausgeschäft. So werde Quirónsalud im dritten Quartal vermutlich nur die Hälfte des Ergebnisses des zweiten Vierteljahres erzielen. Die spanische Klinikkette weist im Halbjahr eine Umsatzsteigerung um 11 % auf 1,22 Mrd. Euro aus, wobei die Hälfte auf organischem Wachstum beruht. Das Betriebsergebnis sei überproportional vorangekommen, was Sturm auf Synergien aus der Fusion zwischen IDC Salud und Quirón zurückführt. Die beiden Einheiten hatten sich zusammengeschlossen, bevor Fresenius zugegriffen hat. Das moderate organische Wachstum der deutschen Helios-Kliniken von 2 % im Quartal erklärt Sturm damit, dass Ostern diesmal in die Berichtszeit gefallen ist. Die Dynamik des Geschäfts spiegele sich angemessener in dem Plus von 4 %, das im ersten Semester gelungen sei.In guter Form zeigt sich Kabi, die immer noch von Lieferengpässen bei Wettbewerbern profitiert, im Generikageschäft aber in den USA auch Preisdruck ausgesetzt ist.Im Dialysegeschäft der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) hinkt das Betriebsergebnis (Ebit) im Quartal mit einem Anstieg um 2 % hinter dem Umsatzwachstum von 11 % her. Währungsbereinigt stagnierte das Ergebnis. Begründet wird die Schwäche mit Sondereinflüssen: höhere Personalkosten, Wertberichtigungen auf Forderungen und Wechselkurseffekte. Die Prognose für 2017 wird bestätigt. Generika unter PreisdruckAngespannt ist die Situation beim US-Generikakonzern Akorn, den Fresenius bis Jahresende für 4,75 Mrd. Dollar erwerben will. Der Wettbewerber meldet einen Umsatzeinbruch um fast 30 % auf 199 Mill. Dollar im zweiten Quartal, der Gewinn schrumpfte von 62 Mill. auf nur noch 2,5 Mill. Dollar. Begründet wird der Absturz mit dem Ablauf des Exklusivitätsstatus für ein Produkt, hohem Wettbewerbsdruck im Markt und Lieferschwierigkeiten. Sturm wollte sich zu der Ertragserosion nicht äußern, weil Akorn noch eigenständig sei. Von den bei Ankündigung des Deals veröffentlichten Umsatz- und Ergebniszielen der Akorn für 2018 rückt Fresenius nicht ab.