Front gegen China-Investments

Börsen-Zeitung, 22.6.2017 ge Berlin - Investoren aus China, auch solchen, die indirekt über einen Private-Equity-Fonds aktiv sind, fällt ein Engagement in Deutschland immer schwerer. "Wir haben gemerkt, dass sich da eine politische Front bildet...

Front gegen China-Investments

ge Berlin – Investoren aus China, auch solchen, die indirekt über einen Private-Equity-Fonds aktiv sind, fällt ein Engagement in Deutschland immer schwerer. “Wir haben gemerkt, dass sich da eine politische Front bildet gegen chinesische Investments”, sagte Wolfgang Seibold, Partner bei der Beteiligungsgesellschaft AGIC, gestern auf dem Eigenkapitaltag des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). AGIC verwaltet etwa 1 Mrd. Dollar, die von asiatischen, zumeist chinesischen Geldgebern kommen. Der Fonds hat bisher in vier europäische Mittelständler investiert und hilft diesen, den chinesischen Markt zu erschließen.Im Zuge der Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea wuchs in Berlin – am Ende erfolgloser – Widerstand gegen den vermuteten Ausverkauf deutscher Technologie in das Reich der Mitte. Nur Monate später hatte ein chinesischer Investor den Kauf des Chipanlagenbauers Aixtron abgeblasen, nachdem die US-Regierung die Übernahme von Aixtrons US-Geschäft wegen Sicherheitsbedenken blockiert hatte. AGIC-Geldgeber seien große Lebensversicherer, Industriekonzerne oder Banken, beteuerte Seibold. Wegen guter Kontakte nach China werde sein Fonds immer häufiger von westlichen Mittelständlern nach einem Investment angesprochen.