Für FCA-Aktionär Exor trüben sich Perspektiven ein

PSA-Eigner bei Fusion mit Fiat Chrysler im Nachteil

Für FCA-Aktionär Exor trüben sich Perspektiven ein

bl/wü Mailand/Paris – Die Perspektiven für den Fiat-Chrysler-Großaktionär Exor trüben sich ein. Dabei hat die Beteiligungsholding der Familien Agnelli/Elkann 2019 den Nettogewinn auf 3,05 (i.V. 1,35) Mrd. Euro gesteigert und will eine unveränderte Dividende von 0,43 Euro pro Anteilschein zahlen.Doch Beobachter hegen Zweifel, ob die geplante Fusion von Fiat Chrysler (FCA) mit Opel-Mutter PSA wie vorgesehen stattfinden kann. Die für Exor sehr vorteilhaften Bedingungen müssten neu verhandelt werden, wird spekuliert, obwohl PSA-Chef Carlos Tavares solche Diskussionen zurückgewiesen hat und beide Partner der Ansicht sind, das Projekt ergebe mehr denn je Sinn.Was FCA und PSA angeht, ist relativ klar, dass die Realisierung des Zusammenschlusses bis Ende dieses Jahres unrealistisch ist. Die Hauptversammlungen, die dem Vorhaben formal zustimmen müssen, dürften vermutlich verschoben werden. Problematisch könnte die im Zusammenhang mit der Fusion geplante Sonderausschüttung von 5,5 Mrd. Euro in bar an die FCA-Eigner werden, während umgekehrt die PSA-Anteilseigner 46 % der Aktien am hauseigenen Zulieferer Faurecia erhalten sollen. Doch der Faurecia-Aktienkurs hat seit Anfang des Jahres fast 50 % seines Wertes verloren.Zudem fordert die französische Regierung von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung, wegen der Coronavirus-Krise auf die Zahlung von Dividenden zu verzichten. Firmen, die jetzt von staatlichen Hilfen profitieren, sollen durch ein Gesetz daran gehindert werden, Dividenden zu zahlen.Für Exor droht womöglich auch von anderer Seite Ungemach. Der Verkauf des Rückversicherers Partner Re für 9 Mrd. Dollar in bar an den französischen Versicherer Covéa könnte angesichts der Marktentwicklung in Frage stehen. Von Exor ist dazu bisher nur zu hören, dass keine Neuverhandlungen geplant sind. Ein Sprecher von Covéa erklärte, man halte an dem Projekt fest.