WERTBERICHTIGT

Für Olympus unvermeidlich

Börsen-Zeitung, 25.6.2020 Bei japanischen Kameras denkt der Profifotograf an Canon und Nikon. Dem Hobby-Knipser fallen Konica, Minolta, Fujifilm, Panasonic, Sony und Olympus ein. Letztere brachte ihr erstes Modell schon 1936 auf den Markt, zu den...

Für Olympus unvermeidlich

Bei japanischen Kameras denkt der Profifotograf an Canon und Nikon. Dem Hobby-Knipser fallen Konica, Minolta, Fujifilm, Panasonic, Sony und Olympus ein. Letztere brachte ihr erstes Modell schon 1936 auf den Markt, zu den Bestsellern gehörte die Olympus Pen, lanciert 1959. Nun verkaufen die Japaner ihre Sparte an einen Finanzinvestor, ohne zu versprechen, dass die Marke erhalten bleibt. Die schmerzhafte Amputation hat Olympus ewig lange verzögert. Man setzte mit Kodak und dann mit Panasonic auf das Spezialformat Four Thirds mit besonders großen Bildsensoren. Aber das reichte nicht, um mit der stetig verbesserten Optik und Software der Kameras von Smartphones mitzuhalten. Deswegen geben die Japaner nun dem Sanierungsdruck ihres US-Großaktionärs Valueact nach. Anders als Kodak und ähnlich wie Fujifilm erkannte Olympus jedoch früh die Zeichen der Zeit und schwenkte rechtzeitig auf optische Medizingeräte wie Endoskope um. Hier liegt ihr Weltmarktanteil bei 70 %. So hat sich Olympus ganz ohne Kameras das langfristige Überleben gesichert. mf