G & D schlägt sich in der Coronakrise wacker

Banknotenhersteller verzeichnet stabile Nachfrage

G & D schlägt sich in der Coronakrise wacker

sck München – Der Banknotenhersteller Giesecke & Devrient (G & D) ist bisher relativ gut durch die Coronakrise gekommen. Das Münchner Familienunternehmen weist keine Spur von einer Flaute auf. Zur Bilanzvorlage berichtete Konzernchef Ralf Wintergerst in einer Internet-Konferenz mit Journalisten, dass kein Nachfrageeinbruch zu verzeichnen sei und die Produktionsunterbrechungen sich bislang nur auf den Standort in China beschränkt hätten.Das Unternehmen habe “keine Probleme mit der Auslastung der Werke”, ergänzte der für Finanzen und Controlling verantwortliche Geschäftsführer Peter Zattler. Daher verzichtet das Management seinen Worten zufolge darauf, für die Mitarbeiter in Deutschland Kurzarbeit zu beantragen. Liquiditätslage “sehr gut”Laut Wintergerst war der Fertigungsstandort in der Nähe der Stadt Wuhan für zwei Monate geschlossen. Dort habe es eine Notbesetzung von 30 Personen gegeben. Der negative “Einfluss auf das Geschäft von 8 Mill. Euro war nicht hoch”, merkte er an. Vor Kurzem beendete Peking die Quarantäne in Wuhan, nachdem die Pandemie in der Region deutlich nachgelassen hatte.Die Produkte würden derzeit vor allem “virtuell” abgenommen, sagte der CEO. “Unsere Infrastruktur hält stand.” Wintergerst verwies darauf, dass der überwiegende Teil der Mitarbeiter mit “standardisierten Laptops auf Basis einer firmeneigenen Chipkarten-Sicherheitstechnologie” derzeit von zuhause aus arbeite. Das gelte ebenso für den Forschungs- und Entwicklungsstandort in Indien.G & D baut auf digitalisierte Produkte und Dienstleistungen. Die Hälfte des Wachstums sei 2019 vom digitalen Geschäftsbereich gekommen, berichtete Wintergerst. Als Beispiel nannte er die zunehmende Unterstützung des Bargeldkreislaufs bei Banken über Algorithmen.Laut Zattler ist das Unternehmen mit Liquidität “sehr gut ausgestattet”. Zum Jahresultimo 2019 verfügte G & D über liquide Mittel von 439 (i. V. 429) Mill. Euro. Die Eigenkapitalquote habe aber etwas unterhalb des Ziels von 20 % gelegen. Der CFO begründete das mit den wachsenden Pensionsrückstellungen im Zinstief.Aufgrund der Coronakrise verzichtete Wintergerst auf eine exakte Jahresprognose. Seinen Angaben zufolge hat sich das “erste Quartal als solide erwiesen”. Die Konzernstrategie behalte “ihre Gültigkeit”. Das langfristige Ziel einer operativen Umsatzrendite von 8 % auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll “spätestens in drei Jahren” erreicht werden, so Zattler. Rekordjahr 2019G & D verzeichnete 2019 ein Rekordjahr. Der Konzernumsatz wuchs um 9 % auf 2,45 Mrd. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ebit legte überproportional um fast ein Viertel auf 148 Mill. Euro zu. Das entsprach einer Marge von 6 (5,3) %. Nach Steuern verdiente der Konzern 80 (50) Mill. Euro. Davon fließen an die Eigentümerfamilie Mitschke-Collande 14 Mill. Euro. Das Unternehmen profitierte unter anderem von einer geringeren Steuerquote.