Gericht vertagt Streit von Grammer und Hastor
Gericht vertagt Streit von Grammer und Hastor
jh München – Die nächste Runde in dem Rechtsstreit zwischen dem Autozulieferer Grammer und der Prevent-Gruppe der bosnischen Familie Hastor verzögert sich. Grammer legte gegen eine einstweilige Verfügung der Gegner Widerspruch ein. Dazu hatte das Landgericht Nürnberg-Fürth für den Donnerstag eine Verhandlung angesetzt (vgl. BZ vom 11. April). Diese sei auf den 16. Mai vertagt worden, sagte ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage. Er begründete dies damit, dass der Antragsteller, die Prevent-Gruppe, die Ladung für den Termin erst nach der vorgesehenen Frist erhalten habe. Ursache seien wohl die Osterfeiertage gewesen.Die Prevent-Gruppe hatte, wie berichtet, eine einstweilige Verfügung erwirkt. Damit wollen die Hastors, die 20,2 % an Grammer halten, verhindern, dass Ningbo Jifeng eine Wandelanleihe in 9,2 % der Aktien von Grammer tauscht. Mit den Chinesen hätte der Vorstand des Unternehmens in Amberg (Oberpfalz) einen Verbündeten auf der Hauptversammlung am 24. Mai. Die Hastors wollen die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat durch eigene Vertraute ersetzen und Hartmut Müller, den Vorstandsvorsitzenden von Grammer, stürzen.Müller klagte in diesen Tagen in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, Grammer spüre einen deutlichen Rückgang der Aufträge. Kunden zögerten mit dem Abschluss von Verträgen. Viele seien besorgt, künftig von einem Zulieferer abhängig zu sein, der von der Hastor-Familie kontrolliert werde. VW, Daimler und BMW gehören zu den größten Kunden.