Gerry Weber sieht Existenz bedroht

Börsen-Zeitung, 10.4.2020 ab Düsseldorf - Gerry Weber ist tief in den Strudel der Coronakrise geraten. Seit drei Monaten aus der Insolvenz in Eigenverwaltung entlassen, muss der Bekleidungshersteller und -händler erneut ums Überleben bangen. "Der...

Gerry Weber sieht Existenz bedroht

ab Düsseldorf – Gerry Weber ist tief in den Strudel der Coronakrise geraten. Seit drei Monaten aus der Insolvenz in Eigenverwaltung entlassen, muss der Bekleidungshersteller und -händler erneut ums Überleben bangen. “Der Ausbruch der Coronakrise und die tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen erreichten uns mit aller Wucht”, beschreibt Restrukturierungsvorstand Florian Frank die Lage. Die Pandemie sei für Gerry Weber “existenzbedrohend”. Das gelte vor allem dann, wenn die laufenden Verhandlungen über einen zusätzlichen Finanzierungsrahmen in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags nicht erfolgreich beendet würden.Als Akutmaßnahmen will Gerry Weber auf Kurzarbeit für den Großteil der Belegschaft zurückgreifen. Zudem werde mit Vermietern und Lieferanten über Entlastungen gesprochen. Zur Sicherung der Liquidität habe der Vorstand mit allen Finanzierungspartnern Verhandlungen aufgenommen. Der Ausgang sei offen. Zusätzlich habe Gerry Weber eine an die aktuelle Situation angepasste Unternehmens- und Finanzierungsplanung vorgenommen. In deren Zentrum stehen nach den Angaben umfassende Kostensenkungen in allen Bereichen. Mit diesem Konzept solle die Finanzierung des Unternehmens bis 2021 gesichert werden.Dennoch wird die Prognose gekappt. Der Jahresumsatz wird in einer Spanne von 260 bis 280 (zuvor: 370 bis 390) Mill. Euro erwartet. Im operativen Ergebnis wird ein Fehlbetrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich erwartet.