Glencore kauft Kohle für 1,7 Mrd. Dollar
Glencore kauft Kohle für 1,7 Mrd. Dollar
md Frankfurt – Der Rohstoffkonzern Glencore baut sein Kohlegeschäft in Australien aus. Für 1,7 Mrd. Dollar übernimmt der Konzern mit Sitz im schweizerischen Baar vom britisch-australischen Bergbauriesen Rio Tinto 82 % der Kohlemine Hail Creek und den angrenzenden Vorkommen sowie 71,2 % der Kohlelagerstätte Valeria, teilte Glencore mit. Rio Tinto rechnet mit einem Abschluss des Deals in der zweiten Jahreshälfte.Die übrigen Anteilseigner von Hail Creek sind den Angaben zufolge Nippon Steel Australia (8 %), Marubeni Coal (6,67 %) und Sumisho Coal Development (3,33 %). Alle Partner des Joint Ventures hätten das Recht, ihre Anteile an Glencore zu veräußern. Dies könnte zu weiteren Transaktionen im Volumen von bis zu 340 Mill. Dollar führen.Hail Creek wie auch Valeria liegen im australischen Bundesstaat Queensland rund 120 Kilometer südwestlich der Stadt Mackay. Die Förderung belief sich im vorigen Jahr auf 9,4 Mill. Tonnen Kohle, die über das Dalrymple-Bay-Kohleterminal exportiert wurden. Der Beitrag zum operativen Ergebnis (Ebitda) von Rio Tinto im Vorjahr wird mit 408 Mill. Dollar beziffert, zum Vorsteuergewinn habe Hail Creek 357 Mill. Dollar beigesteuert. Der Wert wurde in der Bilanz inklusive Valeria mit 859 Mill. Dollar ausgewiesen.Die Reserven von Hail Creek werden gemäß dem australischen Joint Ore Reserves Committee (JORC) auf 794 Mill. Tonnen beziffert, die von Valeria auf 762 Mill.Der Kurs von Rio Tinto legte in London um 1,3 % zu. Die ebenfalls vor allem an der Londoner Börse gehandelten Glencore-Aktien schlossen 0,3 % leichter. Damit ist Glencore umgerechnet etwa 61 Mrd. Euro schwer, Rio Tinto plc bringt es auf rund 58 Mrd. Euro. Wandler für 500 Mill. DollarAm Abend teilte Glencore mit, man wolle sich über die Ausgabe von Wandelanleihen frische Mittel in Höhe von 500 Mill. Dollar beschaffen. Die unverzinslichen Papiere mit einer Laufzeit bis 2025 würden voraussichtlich am 27. März zu einem Ausgabepreis von 93,25 % bis 98,25 % emittiert. Es werde aber nicht zur Ausgabe neuer Aktien kommen. Vielmehr werde der Konzern Kaufoptionen mit Barausgleich auf eigene Aktien erwerben. Die Wandlungsrechte würden daher ausschließlich in bar beglichen. Den Nettoerlös der Wandler will Glencore u.a. für den beschriebenen Kauf der Call-Optionen verwenden.