Hapag-Lloyd fährt mehr Gewinn ein

Reederei profitiert von höheren Frachtraten

Hapag-Lloyd fährt mehr Gewinn ein

ste Hamburg – Hapag-Lloyd hat im vergangenen Geschäftsjahr die Zielkorridore beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) von 1,6 Mrd. bis 2,0 Mrd. Euro sowie beim Betriebsergebnis (Ebit) von 500 Mill. bis 900 Mill. Euro wie im November in Aussicht gestellt jeweils im oberen Bereich erreicht. Wie die weltweit fünftgrößte Containerreederei aus Hamburg anlässlich der Vorlage vorläufiger Jahreszahlen mitteilte, landeten das Ebitda bei 1,99 (i.V. 1,1) Mrd. Euro und das Ebit bei 811 (444) Mill. Euro.Als wesentliche Treiber hob das Unternehmen bessere Frachtraten sowie sein “Kosten- und Erlösmanagement” hervor. Die durchschnittliche Frachtrate legte im Berichtsjahr auf 1 072 (1 044) Dollar je Standardcontainer (TEU) zu, was auch an einer stärkeren Ausrichtung auf profitablere Fahrtgebiete lag. Nach der “Peak Season” der Branche kam es im Schlussquartal allerdings zu einer Abschwächung auf 1 062 (1 084) Dollar/TEU. Darauf hatte Hapag-Lloyd zuvor bereits eingestimmt (vgl. BZ vom 11. Januar). Erwartungen übertroffenIn den operativen Jahresergebnissen sind den Angaben zufolge auch positive Effekte aus der Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 von rund 467 Mill. Euro beim Ebitda und rund 31 Mill. Euro beim Ebit enthalten. Im vierten Quartal lagen Ebitda und Ebit mit 475 (327) Mill. Euro bzw. 169 (144) Mill. Euro ebenfalls über den jeweiligen Vorjahreswerten. Analystenerwartungen wurden übertroffen, die im vergangenen Jahr stark gestiegene Aktie legte um bis zu 5,2 % auf 78,70 Euro zu.Dass sich der Umsatz 2019 um etwa 9 % auf 12,6 Mrd. Euro erhöhte, lag neben der besseren durchschnittlichen Frachtrate auch an einer um 1,4 % auf gut 12 Mill. TEU gesteigerten Transportmenge sowie an der Aufwertung des Dollar gegenüber dem Euro. Der stärkere Dollar sorgte den Hapag-Lloyd-Angaben zufolge allerdings auch dafür, dass die Transportaufwendungen auf 9,7 (9,6) Mrd. Euro anstiegen, obgleich Kosten für das Handling und den Inlandstransport von Containern und auch der durchschnittliche Bunkerverbrauchspreis mit 416 (421) Dollar je Tonne niedriger ausfielen als vor Jahresfrist.Zum Gesamtergebnis 2019, zur Dividende und zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr will sich die größte deutsche Containerreederei bei Vorlage der Jahresbilanz am 20. März äußern. Vorstandschef Rolf Habben Jansen hatte Anfang Januar Zuversicht erkennen lassen und ein leicht steigendes Transportvolumen sowie ein relativ stabiles Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei den Transportkapazitäten in Aussicht gestellt. Im Raum steht, dass die Reederei nach drei Jahren ohne Schiffsneubestellungen in diesem oder im kommenden Jahr wieder Aufträge vergeben wird.