CORPORATE FINANCE AWARD 2019 - MID/SMALL CAPS

Hartnäckiges Ringen um Osram

jh - Es ist jetzt wohl nur noch eine Frage von Tagen. Alexander Everke, der Vorstandsvorsitzende von AMS, hatte die Übernahme der Mehrheit von Osram bis Ende Juni angestrebt. Doch als einzige Kartellbehörde gab die Europäische Kommission ihre...

Hartnäckiges Ringen um Osram

jh – Es ist jetzt wohl nur noch eine Frage von Tagen. Alexander Everke, der Vorstandsvorsitzende von AMS, hatte die Übernahme der Mehrheit von Osram bis Ende Juni angestrebt. Doch als einzige Kartellbehörde gab die Europäische Kommission ihre Entscheidung noch nicht bekannt. Die Frist endet am 6. Juli, mit einer Zustimmung in Brüssel ist zu rechnen, da sich das Geschäft des österreichischen Chip- und Sensorenherstellers AMS und des Münchner Lichttechnikkonzerns Osram nicht überschneidet.Auf die paar Tage wird es Everke nicht ankommen, hat er doch seit dem ersten Buhlen um Osram Geduld und Hartnäckigkeit bewiesen und musste mit manchen Schwierigkeiten klarkommen. “Es war kein einfacher Weg, aber wir haben es geschafft, weil wir nicht aufgegeben haben”, sagt Everke, der als Manager zuvor für Siemens und Infineon tätig war. Eine Alternative zur Übernahme von Osram habe es für ihn nicht gegeben: “Es gab keinen Plan B, es gab nur den Plan, Osram zu übernehmen.”Im ersten Schritt musste sich AMS vor einem Jahr in einem Bieterwettkampf gegen Private-Equity-Gesellschaften behaupten. Dann wurde die Mindestannahmeschwelle verfehlt. Im zweiten Anlauf gelang es AMS schließlich Anfang Dezember, die auf 55 % gesenkte Mindestannahmeschwelle zu erreichen. Dass das Unternehmen für den zweiten Versuch eine Lücke im deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz nutzte, brachte Betriebsräte und die IG Metall gegen AMS auf. Die Kapitalerhöhung im April war angesichts der Coronakrise ebenfalls kein Selbstläufer. Sie gelang – auch weil sich AMS die Transaktion von Banken garantieren ließ.