Heidelberg Cement hofft auf gute Nachfrage
Heidelberg Cement hofft auf gute Nachfrage
hek Frankfurt – Heidelberg Cement rechnet für das laufende Jahr mit einer positiven Entwicklung der Baustoffnachfrage in vielen Märkten. Das gelte insbesondere für die Wachstumsmärkte, geht aus dem Ausblick des Baustoffherstellers hervor. Entscheidend für das Ausmaß des Wachstums seien die lokale wirtschaftliche Entwicklung, der Umfang der öffentlichen Investitionen und die Kreditkosten für die Immobilienfinanzierung.Im vierten Quartal 2019 schrumpften die Erlöse auf vergleichbarer Basis allerdings um 5 % auf 4,6 Mrd. Euro. Vor allem der Brennstoffhandel sei zurückgefahren worden, teilt Heidelberg Cement mit. Dies trug dazu bei, dass der Konzern im Gesamtjahr mit einem Anstieg von 2,1 % auf 18,9 Mrd. Euro hinter dem prognostizierten Umsatzplus von bereinigt 3 % bis 9 % zurückblieb. Beim Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs zeigt die bereinigte Rechnung einen Rückgang um 1 % auf 603 Mill. Euro im Quartal.Laut dem neuen Vorstandsvorsitzenden Dominik von Achten haben die Heidelberger das Geschäftsjahr 2019 erfolgreich abgeschlossen. Der 54-jährige Manager hat die Firmenleitung Anfang Februar vom langjährigen Vorstandschef Bernd Scheifele übernommen. Alle Konzernregionen hätten zu dem guten Ergebnis beigetragen. Investoren zeigten sich weniger überzeugt. Die Dax-Aktie gab am Dienstag um 3 % nach.Unter Analysten stoßen die Resultate auf gemischte Resonanz. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux stuft das operative Ergebnis als mau ein. Für die US-Bank J.P. Morgan hat Heidelberg Cement die Erwartungen im vergangenen Jahr verfehlt. Laut der Schweizer Bank UBS sind die Ergebnisse etwas besser als die in der vergangenen Woche veröffentlichten Eckdaten. Die Markttrends seien durchwachsen. Für das Bankhaus Lampe hat der Konzern das vergangene Jahr erfolgreich beendet und die Erwartungen des Instituts dank des milden Winters übertroffen. Das um Währungsverschiebungen, Zu- und Verkäufe sowie Effekte aus neuen Bilanzierungsregeln angepasste Geschäftsergebnis kam 2019 um 4,7 % auf 2,2 Mrd. Euro voran. Damit wurde die Prognosespanne erreicht. Ohne Bereinigung steht ein Anstieg um 8,8 % zu Buche. Die höchsten adjustierten Gewinnzuwächse erreichten West- und Südeuropa mit 24 % und Asien/Pazifik mit 15 %.Im vierten Quartal musste der Konzern aber in West- und Südeuropa Gewinneinbußen von 24 % hinnehmen. Hier hätten das starke Vorjahresquartal sowie “marktbezogene temporäre Effekte” wie Streiks in Frankreich und brexitbedingte Projektverzögerungen belastet. In Nordamerika gab das bereinigte Geschäftsergebnis um 6 % nach, während in den anderen drei Regionen Zuwächse zwischen 8 % und 16 % erreicht wurden. Das US-Geschäft habe sich positiv entwickelt, doch in Westkanada seien die Ergebnisse gesunken, erläutert der Vorstand. Die osteuropäischen Länder hätten zum Gewinn beigetragen, und in Asien/Pazifik hätten gute Resultate in Indonesien und Thailand die Schwäche in Australien überkompensiert.Beim Schuldenabbau kommt Heidelberg Cement schneller voran als erwartet. Zum Jahresende sanken die Nettofinanzverbindlichkeiten um 1,2 Mrd. auf 7,1 Mrd. Euro (ohne Leasing). Der Vorstand hatte als Ziel zuletzt 7,4 Mrd. Euro ausgegeben. Das Mittelfristziel von 7,0 Mrd. Euro liegt damit in Reichweite. Die Nettofinanzschulden machen nun noch das 2,3-Fache des Geschäftsergebnisses vor Abschreibungen aus. Wie im dritten Quartal hat der Konzern nach eigener Einschätzung auch im Jahresschlussviertel einen starken Cash-flow generiert. Die Leasingverbindlichkeiten werden mit 1,3 Mrd. Euro angegeben. 2007 hatte sich Heidelberg Cement mit der Übernahme des britischen Baustoffherstellers Hanson eine immense Schuldenlast aufgebürdet. Nach der Fusion der Konkurrenten Lafarge aus Frankreich und Holcim aus der Schweiz legten die Heidelberger mit der Übernahme von Italcementi nach.