HHLA sieht erste ermutigende Signale in Coronakrise

Hamburger Hafenkonzern: Voll beladene Schiffe von China nach Europa unterwegs - Starker Gewinnrückgang erwartet

HHLA sieht erste ermutigende Signale in Coronakrise

ste Hamburg – Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) geht nach ersten Anzeichen der Entspannung in der Coronakrise in China davon aus, dass der Waren- und Güterverkehr nach Europa in absehbarer Zeit wieder zu früheren Umfängen zurückkehren könnte. “Von Kunden wissen wir, dass die ersten Schiffe voll beladen auf dem Weg nach Europa sind und danach eine Normalisierung der Ladungskapazität der Containerschiffe erwartet wird”, berichtete die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath in der telefonischen Bilanzpressekonferenz des Hafen- und Logistikkonzerns. Wenn diese Schiffe Ende April, Anfang Mai Europa erreichten, stelle sich die Frage, ob bis dahin die Pandemie in Europa gestoppt und ein schneller Weitertransport der Waren und Güter ins europäische Hinterland möglich ist.Da Ausmaß und Dauer der Pandemie derzeit nicht vorhersehbar seien, sieht die HHLA, die Hafenterminals in Hamburg sowie in Odessa und Tallinn betreibt, von einem konkreten Umsatz- und Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr ab. Es sei damit zu rechnen, so Vorstandschefin Titzrath, dass Containerumschlag und -transport im ersten Halbjahr stark schrumpfen dürften und dass der Rückgang im zweiten Halbjahr trotz einer zu erwartenden Belebung im Zuge einer konjunkturellen Nachholbewegung nicht mehr kompensiert werden könne. Dies werde im Gesamtjahr zu einem “starken Rückgang” bei Umsatz und Betriebsergebnis (Ebit) führen. Investitionen werde man abhängig von den Marktgegebenheiten planen. Dividende im ZielkorridorTitzrath betonte, die HHLA stehe auf solidem finanziellen Fundament. Die Liquidität reiche aus, um fällige Zahlungsverpflichtungen jederzeit zu erfüllen. Der Konzern will der bislang für den 10. Juni geplanten Hauptversammlung die Zahlung einer auf 0,70 (i.V. 0,80) Euro je ausschüttungsberechtigter A-Aktie nur leicht sinkenden Dividende vorschlagen. Mit dem Vorschlag, der auf eine Ausschüttungsquote von 52 % zielt, bewegt sich die HHLA weiterhin im Rahmen ihres Dividendenzielkorridors von 50 bis 70 %. Die Vorstandsvorsitzende fügte allerdings auch hinzu, dass man “im Bedarfsfall” prüfen werde, mögliche staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen. Titzrath betonte, es gelte weiterhin das langfristige Ziel, die HHLA als “führenden europäischen Logistikkonzern” weiterzuentwickeln. Der Konzern, der auch in diesen besonderen Zeiten seinen Dienstleistungsauftrag für die Industrienation Deutschland erfülle und zur Versorgungssicherheit beitrage, will sein Logistik-Segment stärken, um schneller zusätzliche Wachstumsfelder zu erschließen. In diesem Segment sollen etwa die Beteiligung im 3D-Druck oder Aktivitäten auf dem Gebiet der Drohnentechnik geführt werden.Trotz der pessimistischen Jahresprognose legte die im SDax notierte Aktie des börsennotierten Teilkonzerns Hafenlogistik am Mittwoch in der Spitze um 9,6 % zu. Das Papier, das im bisherigen Jahresverlauf auf einen Wertverlust von fast 50 % kam, ging bei 12,91 Euro mit einem Plus von 4,5 % aus dem Handel. Wie bereits seit Februar bekannt, legte der Konzernumsatz einschließlich des kleineren Teilkonzerns Immobilien 2019 um 7,1 % auf 1,38 Mrd. Euro zu. Der Teilkonzern Hafenlogistik steigerte die Erlöse um 7,3 % auf 1,35 Mrd. Euro bei einem um 3,3 % auf 7,6 Millionen Stahlboxen (TEU) gestiegenen Containerumschlag. Das Konzern-Ebit stieg um 8,3 % auf gut 221 Mill. Euro. Dabei fiel ein positiver Effekt von 14,4 Mill. Euro aus der IFRS 16-Erstanwendung an. Der Überschuss nach Anteilen Dritter sank um 8 %.