Himmlischer Preis
Himmlischer Preis
Gerade einmal 19 Minuten hat es gedauert, bis ein anonymer Bieter beim Auktionshaus Christie’s für 450 Mill. Dollar ein Gemälde von Leonardo da Vinci ersteigert hat. Der Rekordpreis für das Bild “Salvator Mundi”, in der Szene als “männliche Mona Lisa” gefeiert, übertrifft alle Erwartungen und sorgt für Aufruhr im Kunstmarkt. Das Porträt von Jesus Christus in Öl auf Walnussholz gilt zwar als das letzte bekannte Werk des italienischen Renaissance-Künstlers in Privatbesitz, doch mancher Experte bescheinigt dem Bild einen schlechten Zustand und hegt Zweifel an der Echtheit. Aber der Coup ist gelungen. Christie’s soll erstmals eine eigene PR-Agentur für ein einzelnes Bild eingeschaltet haben, fast 30 000 Menschen kamen zur Vorbesichtigung. Als der Hammer fiel, brach Jubel aus, “Jesus Christ” entfuhr es einem Kunsthändler. Eine Erklärung für den himmlischen Preis lautet, dass der Bieter einen Publikumsmagneten als zentrales Werk für ein eigenes Museum gesucht habe. Das wäre immerhin eine gute Wendung, denn dann bekäme die Öffentlichkeit den 450-Mill.-Dollar-Mann künftig zu Gesicht. swa