Hoffnung auf steigende Kalipreise stützt K+S

Uralkali strebt Neuauflage der Vertriebsallianz an

Hoffnung auf steigende Kalipreise stützt K+S

Von Martin Dunzendorfer, FrankfurtDie Aktie des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S hat am Montag 4 % fester geschlossen. Auslöser der Aufwärtsbewegung war aber weniger die Mitteilung, wonach im neuen Kaliwerk Bethune in der kanadischen Provinz Saskatchewan bereits am vergangenen Wochenende – und nicht erst Ende Juni – die ersten Tonnen verkaufsfähiges Kali produziert wurden. Grund für den Kursanstieg war nach Angaben aus Händlerkreisen vor allem die Hoffnung auf steigende Kalipreise. Der Großaktionär des russischen Förderers Uralkali, Dimitri Mazepin, hatte der Nachrichtenagentur Interfax gesagt, er wolle mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko über eine Neuauflage der 2013 geplatzten Verkaufsallianz sprechen.Ein früherer, seit 2006 bestehender Vertriebsverbund zwischen Uralkali und der weißrussischen Belaruskali, BPC, war Mitte 2013 überraschend von den Russen aufgekündigt worden, was den Düngemittelmarkt weltweit in Turbulenzen gestürzt und die Aktienkurse der Unternehmen – auch von K+S – stark belastet hatte. Die Hoffnung auf eine Erneuerung des Verkaufskonsortiums erscheint aber verfrüht, wenn nicht gar illusorisch. Zwar würde die Bildung eines Verbunds die Kali- bzw. Düngemittelmärkte stabilisieren oder den Preis sogar in die Höhe treiben – was auch den Ergebnissen und Aktienkursen der Abbaugesellschaften zugute käme -, da die Anbieter gegenüber wichtigen Kunden wie China, Indien und Brasilien an Verhandlungsmacht gewönnen. Doch gab es ähnliche Ankündigungen und Spekulationen auf eine Neugründung der Verkaufsallianz schon oft – ohne erkennbare Fortschritte. Angeblich gibt es tiefe persönliche Animositäten zwischen den Topmanagern der beiden Unternehmen. Produktionskosten sinkenDie zuletzt steigenden Kurse von K+S sind dennoch fundamental begründbar. Wie das Management betont, sinken durch das Werk Bethune (früher: Legacy-Projekt) die durchschnittlichen Produktionskosten. Zudem sichert die Mine, aus der dieses Jahr bis zu 0,7 Mill. Tonnen Kali gewonnen werden sollen und die Ende 2017 ihre angestrebte Kapazität von 2 Mill. Tonnen erreichen soll, die Zukunftsfähigkeit von K+S.Zudem wurden jüngst Übernahmespekulationen genährt: Der neue Vorstandschef Burkhard Lohr hatte in einem Interview gesagt, K+S sei auf der Suche nach einem Ankeraktionär. 2015 hatte K+S den Übernahmeversuch der kanadischen Potash abgewehrt. Die informelle Offerte über 41 Euro pro Aktie reichte den Deutschen damals nicht. Gestern kostete die Aktie 24,26 Euro.