WERTBERICHTIGT

Im zweiten Anlauf

Börsen-Zeitung, 29.12.2017 Bei Air Berlin hatte man bis zuletzt daran festgehalten, dass es außer Lufthansa keinen Bieter gebe, der eine für die österreichische Tochter Niki "tragfähige" Alternative darstellen könnte. Die EU-Kommission blieb indes...

Im zweiten Anlauf

Bei Air Berlin hatte man bis zuletzt daran festgehalten, dass es außer Lufthansa keinen Bieter gebe, der eine für die österreichische Tochter Niki “tragfähige” Alternative darstellen könnte. Die EU-Kommission blieb indes von derlei “Warnungen” ungerührt, und sie hat – wenig überraschend – Recht behalten. Tatsächlich gab es immer andere Interessenten für den Ferienflieger, der mit einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur operierte und bis zum Zeitpunkt der Insolvenz über eine solide Buchungslage verfügte. Nur war keiner davon vermutlich bereit, auch annähernd so viel zu zahlen wie die Lufthansa. Air Berlin war daher gehalten, deren Angebot in jedem Fall vorzuziehen, um den von Berlin vermittelten KfW-Kredit zurückzahlen zu können. Diese Hoffnungen sind nun dahin, aber Niki hat im zweiten Anlauf eine Zukunft. Die Airline-Gruppe IAG setzt darauf, ihr Angebot im Mittelmeerraum auszuweiten, für das bisher im Wesentlichen die Tochter Vueling zuständig ist. Der irische Billigflieger Ryanair ist Marktführer in Spanien. Um ihm Paroli zu bieten, ist eine Stärkung für Vueling unerlässlich.hei