Immobilienriese reckt sein Haupt

German Real Estate Group füllt Portfolio in großen Schritten - CEO Höller für 2018 sehr zuversichtlich - Börsengang derzeit kein Thema

Immobilienriese reckt sein Haupt

Von Walther Becker, FrankfurtGEG erwirbt Frankfurter IBC für 400 Mill. Euro, GEG kauft ehemalige Commerzbank-Zentrale im Investitionsvolumen von 220 Mill. Euro, GEG übernimmt Japan Center für 280 Mill. Euro: Schlagzeilen, für die die German Estate Group (GEG) zuletzt gesorgt hat. Und es soll weitergehen: Das Joint Venture aus den in der Deutschen Immobilien Chancen zusammengeschlossenen Investoren und dem amerikanischen alternativen Assetmanager KKR will in diesem Jahr sein Portfolio aus Bestandsobjekten und Projekten von aktuell 2,4 Mrd. auf 3 Mrd. bis 3,5 Mrd. Euro ausbauen. Das hat Unternehmenschef Ulrich Höller vor Journalisten in Frankfurt gesagt.Die GEG, die 2017 erst ihr zweites volles Geschäftsjahr absolviert hat, habe “kräftig Fahrt aufgenommen” und einen “großen Sprung” gemacht, sagt Höller, der zuvor die börsennotierte DIC Asset geführt hatte. Die GEG setzt auf Büro- und auch Hotelimmobilien in den zwölf größten deutschen Städten und dabei auf Qualität und Architektur-Ikonen. Wiewohl sich Logistik-Liegenschaften nach Einschätzung von Höller zum “neuen Star” für Investoren entwickelt haben, hält sich GEG von diesem Segment fern. Opportunistische Investments tätigen Höller und seine inzwischen 60 Leute umfassende Mannschaft allein mit KKR. Ein “ganz schwieriges Feld” infolge der wachsenden Online-Konkurrenz seien Einzelhandelsgebäude. Große Konzerne schlössen inzwischen teils nur mehr Dreijahresverträge ab.Der Büroimmobilienmarkt werde 2018 nahtlos an die positive Entwicklung des Vorjahres anknüpfen und ein “mindestens so gutes Investmentjahr wie 2017” werden. Das Angebot werde in Frankfurt frühestens 2020/21 die Nachfrage übertreffen, bis dahin herrsche Knappheit an erstklassigen Flächen. Erste Verkäufe nächstes JahrVon 2019 an könnte die vor drei Jahren gegründete GEG erstmals auch als Verkäufer am Markt auftreten und sich von dann fertigen Projekten trennen, deutet Höller an. Und er will das Volumen organisch, also ohne Übernahmen von Gesellschaften, “in Richtung” 5 Mrd. bis 6 Mrd. Euro erhöhen.Schielt er angesichts solcher Perspektiven auf die Börse – auch als Exitkanal für KKR? “Ein Börsengang ist kein Thema”, betont er, räumt aber zugleich ein, dass der Kapitalmarkt die günstigste Quelle für neue Mittel sei. Höller hatte die DIC Asset aufgebaut, an die Börse gebracht, elf Jahre geführt – und er mochte nach eigenem Bekunden auch die Investor Relations des notierten Unternehmens. Hatte es die DIC seinerzeit mit der Projektentwicklung bei Investoren schwer und konzentrierte sich daraufhin auf Bestände, so habe sich der Wind am Markt gedreht und Entwickler stünden heute bei institutionellem Geld wieder höher im Kurs. Toplage in FrankfurtIn Frankfurt stehen Mitte dieses Jahres aus dem GEG-Portfolio der Baubeginn für die Neugestaltung des ehemaligen Commerzbank-Turms zum Global Tower und Anfang 2019 für das Riverside-Wohnhochhaus an. Der Global Tower soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 fertiggestellt sein und neben Mietern aus der Bank-, Anwalts- und Beraterbranche auch Coworking Spaces bieten, die laut Höller immer stärker in der Vermietung an Bedeutung gewinnen. Aus den von Kommunen heute verlangten mietreduzierten Wohnungen in neuen Projekten könnte sich nach Einschätzung des Marktexperten in Zukunft durchaus eine eigene Assetklasse entwickeln.In Frankfurt setzt Höller auf den Top-Standort Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße, wo mit weiteren Projekten wie dem Omniturm und der Quartierentwicklung Four (Deutsche-Bank-Gelände) die neue Zentrallage im Frankfurter Business-District entstehe, ist sich Höller sicher. Hier plant und baut mit Tishman Speyer, Groß & Partner und GEG die Creme de la Creme der Projektentwicklerzunft.Die GEG habe 2017 auch Glück gehabt, so dass “jeder Schuss ein Treffer” gewesen sei. Transaktionen ohne Auktionen (“off market”) gebe es heute kaum mehr. Allerdings seien die Preise hoch sowie die Forderungen der Verkäufer und die Gebote vielfach aggressiv, wobei sich auch die GEG dieser Entwicklung nicht entziehen könne. Die GEG hält Höller gerade für ein schlechteres Marktumfeld wegen ihrer Top-Projekte im Portfolio besser als andere gerüstet. Volumen von 57 Mrd. EuroNach Angaben von Colliers wurden auf dem gewerblichen Immobilienmarkt Frankfurt 2017 gut 6,9 Mrd. Euro investiert, ein Plus von 13 %. Treiber waren erneut Deals im Volumen von mehr als 100 Mill. Euro, von denen 16 registriert wurden, die fast die Hälfte des erzielten Transaktionsvolumens auf sich vereinten – mit Tower 185, Japan Center oder den Türme T8 und T11 an der Taunusanlage. In Frankfurt seien die Erwartungen mit der Vermietung von 7000 000 Quadratmetern deutlich übertroffen worden, sagt Höller, der Leerstand sank auf 7 %. Für den deutschen Gewerbeimmobilieninvestmentmarkt 2017 rechnet Colliers ein Transaktionsvolumen von 57,3 Mrd. Euro aus – das höchste Resultat der vorigen zehn Jahre.