Innogy fährt Ökostromsparte hoch
Innogy fährt Ökostromsparte hoch
cru Düsseldorf – Die RWE-Tochter Innogy expandiert im Geschäft mit der Ökostromerzeugung – und will auch wieder höhere Gewinne daraus ziehen. Nach zwei mauen Jahren soll das bereinigte operative Ergebnis der Sparte im kommenden Jahr wieder zulegen. “Wir werden 2018 mehr verdienen”, kündigt Hans Bünting an, der Vorstandschef der Ökostromsparte.Im laufenden Jahr schrumpft der operative Gewinn der Sparte allerdings noch von 359 Mill. auf 350 Mill. Euro. Der Grund dafür sind einige Windparks, die nach zehn Jahren staatlicher Förderung durch die Einspeisevergütung nun nur noch den Marktpreis für Strom erzielen. Zudem machten sich beim Hedging, der Preissicherung bei selbst vermarkteten Anlagen, die Preisrückgänge der vergangenen Jahre bemerkbar.Im laufenden Jahr kommen jedoch bei Innogy 130 Megawatt neue Windparks ans Netz – und das erhöht vom kommenden Jahr an die Einnahmen. Dazu zählt vor allem der niederländische Windpark Noordoostpolder, an dem Innogy beteiligt ist. Teil dieses europaweit größten Windkraftprojekts, das gerade eröffnet wird, ist der Innogy-Windpark Zuidwester mit 90 Megawatt installierter Leistung.Zwölf der derzeit weltweit leistungsstärksten Onshore-Turbinen drehen sich an diesem Standort. Jede Turbine des Anlagenherstellers Enercon verfügt über eine Leistung von 7,5 Megawatt – und ersetzt damit gemessen am Stromerzeugungsvolumen 50 Windräder jener Bauart, wie sie vor 20 Jahren üblich war. Insgesamt rund 150 Mill. Euro hat Innogy in den Windpark Zuidwester investiert. 1,6 Mrd. Euro bis 2019Das ist aber nur der Anfang. Bis 2019 steckt der Konzern etwa 1,6 Mrd. Euro in die Ökostromsparte. Bisher war Innogy nur in der Windkraft, aber nicht in der Fotovoltaik vertreten. Erst Anfang 2017 wurde der fränkische Solarparkentwickler Belectric übernommen. “Jetzt expandieren wir in Kanada. Belectric hat die Expertise, wir haben das Kapital”, sagt Bünting. Auch in den USA und in Irland wurden neue Büros eröffnet, um die Chancen für eine Expansion zu eruieren.Außerdem zeichnen sich zwei riesige Meereswindparks ab, mit denen sich Innogy 2018 an staatlichen Ausschreibungen in Deutschland und Großbritannien beteiligen will. In Deutschland handelt es sich um den 330 Megawatt großen Park “Kaskasi” bei Helgoland, der rund 800 Mill. Euro Investitionen erfordert. In Großbritannien geht es um das 900 Megawatt große Projekt “Triton Knoll”, das rund 2,5 Mrd. Euro kosten würde.Wenn Innogy bei den Ausschreibungen den Zuschlag erhielte, wäre das Finanzierungsvolumen für den Konzern allein zu groß. “Dann würden wir Partner mit ins Boot holen”, sagt Bünting. Norwegens Staatskonzern Statkraft hatte sich jüngst aus dem Projekt Triton Knoll zurückgezogen, weil ihm die Mittel dafür fehlen. Laut Bünting wäre es aber kein Problem, andere Finanzierungspartner zu finden. Als Kandidaten gelten Großinvestoren, die an verlässlichen und im Voraus gut berechenbaren Erträgen interessiert sind: Rund 60 % der Windpark-Einnahmen von Innogy stammen aus staatlicher Vergütung. Dieser Anteil dürfte sich jedoch durch den Wettbewerb in Auktionen verringern.