Innogy steckt neue Ziele für 2025 ab

RWE-Tochter investiert bis 2019 bis zu 1,2 Mrd. Euro in Elektromobilität, Fotovoltaik und Breitband

Innogy steckt neue Ziele für 2025 ab

Die RWE-Stromnetztochter Innogy präzisiert ihre Strategie für die Jahre bis 2025. Stärker als bisher will Vorstandschef Peter Terium in Wachstumsfelder investieren. Der Konzern soll künftig in seinen Märkten jeweils zu den Top-3-Anbietern gehören.cru Düsseldorf – Die RWE-Tochter Innogy verdient im Kerngeschäft mit den Stromverteilnetzen zuverlässig Geld, bot den Investoren aber bisher keine größere Wachstumsperspektive. Jetzt konkretisiert Vorstandschef Peter Terium – ein Jahr nach dem Börsengang – seine Strategie für die Jahre bis 2025. Der Konzern solle insbesondere in den Geschäften mit Elektromobilität, Fotovoltaik und Glasfasernetzen sein Wachstum vorantreiben, hieß es nach einer Sitzung des Aufsichtsrats. In den Ausbau dieser Bereiche will Terium bis 2019 bis zu 1,2 Mrd. Euro investieren. Die Summe ist Teil der von 2017 bis 2019 geplanten Investitionen von 6,5 Mrd. bis 7 Mrd. Euro für die Netze, den Vertrieb und die Ökostromerzeugung. In der Elektromobilität betreibt Innogy 5 800 Ladepunkte in 20 Ländern. In der Fotovoltaik hat der Konzern mit der Tochter Belectric einen Solarkraftwerksentwickler zugekauft. Und im Bereich der Glasfasernetze, in dem Deutschland Nachholbedarf hat, erhöht Innogy das Ausbautempo. Wachstum versprochenIm Bestandsgeschäft will das Unternehmen mindestens so schnell wachsen wie der Gesamtmarkt und im Idealfall Marktanteile gewinnen. Um das zu erreichen, will das Management auf allen Ebenen eine stärkere Performancekultur etablieren.Vorstandschef Terium strafft zudem die Zügel: “Innogy wird sich von Geschäftsaktivitäten verabschieden, bei denen das Unternehmen nach Marktstellung (Position) und Ertrag (Performance) nicht führend ist oder führend werden kann.” Der Konzern werde sein Portfolio sowohl durch Zu- als durch Verkäufe stärken. Auf dem Prüfstand steht nach früheren Aussagen vor allem die angeschlagene Stromvertriebstochter Npower in Großbritannien, die derzeit kein Geld verdient und gerade ein Restrukturierungsprogramm durchläuft.Kernmarkt für Innogy soll weiter Europa bleiben, aber um zu wachsen will der Vorstand auch in Nordamerika investieren. Im nächsten Jahr soll dort zum Beispiel der erste Windpark gebaut werden. Bis 2025 wolle Innogy in allen Märkten zu den drei führenden Anbietern und den ertragsstärksten Unternehmen der Branche gehören. Um das zu erreichen, werde es keine Tabus geben. “Auf Dauer reicht es nicht, wenn ein Bereich unter dem Strich schwarze Zahlen schreibt”, sagte Terium. Innogy müsse zu den Besten zählen. “Es muss unser Anspruch sein, nach Größe und Ertrag jeweils zu den Marktführern zu gehören. Deshalb gibt es fortan keine Denkverbote mehr.” Aktienkurs unbeeindrucktDer Innogy-Kurs reagierte am Donnerstag mit einem Minus von 0,6 % auf 36,64 Euro. Der Börsenwert des Konzerns liegt damit seit der Erstnotiz im Oktober 2016 unverändert bei 20 Mrd. Euro. Neben Innogy präzisieren auch andere Energiekonzerne ihre Strategie. EnBW steigt aus der konventionellen Stromproduktion aus. Eon will den verbliebenen 47-Prozent-Anteil am Kraftwerksbetreiber Uniper an den finnischen Konkurrenten Fortum verkaufen.