Insolvenzverwalter von Niki wollen an einem Strang ziehen
Insolvenzverwalter von Niki wollen an einem Strang ziehen
hei Frankfurt – Nachdem auch der zweite Anlauf zum Verkauf der Air-Berlin-Tochter Niki an die britische Airline-Gruppe IAG zu scheitern drohte, weil strittig war, ob der deutsche Insolvenzverwalter von Air Berlin oder der österreichische von Niki zuständig ist, wollen beide nun zusammenarbeiten. Bisherige und neue Bieter könnten bis Freitag Angebote einreichen, teilten Lucas Flöther und Ulla Reisch mit. Anschließend sollen die deutschen und österreichischen Gläubiger binnen weniger Tage über den endgültigen Zuschlag entscheiden. Die Unterschrift beider Insolvenzverwalter gewährleiste dabei “Rechtssicherheit für den Vollzug des Kaufvertrages”. Dieser sei für die zweite Februar-Hälfte geplant. Dann könne Niki spätestens im März 2018 den Flugbetrieb wieder aufnehmen, wenn der Käufer dies wolle.Als Kriterien für den Zuschlag gelten weiterhin, “der Kaufpreis, die Finanzierungsfähigkeit des Bieters sowie der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze”, hieß es. IAG, die zunächst Ende Dezember für einen Kaufpreis von 20 Mill. Euro plus Finanzspritze für laufende Betriebskosten den Zuschlag erhalten hatte, nachdem die EU den zuvor mit Lufthansa vereinbarten Deal über 200 Mill. Euro blockiert hatte, hält an ihren Kaufabsichten fest und gibt sich zuversichtlich.Allerdings wittern infolge der Neuaufsetzung des Prozesses nun auch andere Interessenten wieder ihre Chance. Niki Lauda ist weiterhin am Erwerb der einst von ihm selbst gegründeten Ferienfluglinie interessiert. Außerdem hat der irische Billigflieger Ryanair Interesse an Teilen von Niki angemeldet. Die Iren hatten allerdings im Dezember trotz Ankündigung kein Angebot abgegeben. Durch die Entscheidung des Gerichts in Korneuburg, in Österreich über die Fluglinie Niki ein Hauptinsolvenzverfahren zu eröffnen, gibt es nun in Deutschland und Österreich zwei gleichberechtigte Verfahren. Unterdessen soll auch eine weitere Air-Berlin-Beteiligung, die schweizerische Belair Airlines, wieder belebt werden. Die deutsche Beteiligungsgesellschaft SBC erwirbt das Unternehmen aus der Insolvenzmasse.