Jungheinrich will Präsenz in China ausbauen
Jungheinrich will Präsenz in China ausbauen
– Herr Dr. Hues, der Weltmarkt für Gabelstapler entwickelt sich 2017 viel besser als gedacht. Wie nachhaltig ist der Boom?Der Markt hat sich außerordentlich gut entwickelt. Haupttreiber ist China. Während das Weltmarktwachstum im ersten Halbjahr bei knapp 18 % lag, kommt China vor allem durch die große Nachfrage nach verbrennungsmotorischen Staplern auf ein Wachstum von 41 %. Unser Kernmarkt Europa hat immerhin um knapp 12 % zugelegt. Das ist erfreulich.- Wie nachhaltig ist das Wachstum in China denn?Ein solches Wachstum wie zuletzt in China kann nicht von Dauer sein. Die starke Nachfrage dürfte auch durch Staatsaufträge getrieben worden sein.- Womit rechnen Sie konkret in den nächsten Quartalen?Wir erwarten, dass der Weltmarkt für Flurförderzeuge in diesem Jahr zweistellig wachsen wird. Auch für Europa erwarten wir ein hohes Wachstum. In unseren Auftragsbüchern haben wir einen Vorlauf von gut vier Monaten. 2017 wird erneut ein gutes Jahr für Jungheinrich.- Wie entwickelt sich das 2016 gestartete Joint Venture mit dem größten chinesischen Staplerhersteller Heli?Da es sich um eine At-equity-Beteiligung handelt, schlägt sich das Gemeinschaftsunternehmen nicht in unserem Konzernumsatz, sondern nur im Ergebnis nieder. Mit der Umsatzentwicklung des Joint Ventures sind wir sehr zufrieden. Die Ziele, die wir uns gemeinsam vorgenommen haben, wurden bislang voll erreicht. Die Partnerschaft läuft ausgesprochen zufriedenstellend an.- Wie groß ist der Ergebnisbeitrag des Joint Ventures?Der Beitrag ist positiv. Genaue Zahlen veröffentlichen wir nicht.- Wie sehen Ihre China-Pläne aus?Wir werden unsere Präsenz im größten Einzelmarkt der Welt ausbauen, keine Frage. APAC und insbesondere China sind strategische Schwerpunkte. Wir verfügen über ein Produktionswerk in China mit einer Kapazität von über 10 000 Geräten, über eine eigene Vertriebsgesellschaft mit einem Jahresumsatz von bereits rund 100 Mill. Euro sowie über das Joint Venture. Wir werden die Präsenz nicht nur im Geschäft mit Flurförderzeugen erweitern. Auch im Systemgeschäft, in der Lagertechnik, werden wir in China stark wachsen. Der Markt entwickelt sich genau in unsere Richtung, weil auch der elektromotorische Stapler in China immer mehr nachgefragt wird und wir hier eine besondere Expertise in der Branche haben.- Mit welchen Investitionen rechnen Sie in China?Wir haben in unserem Produktionswerk noch ausreichend Kapazitäten. Es gibt Potenzial, das Werk zu füllen. Insofern müssen wir aktuell nicht in eine Erweiterung investieren. Wir entwickeln in China zunehmend Produkte für den asiatischen sowie den europäischen Markt. Das ist gut angelaufen. Wir werden weitere Produkte in China entwickeln.- Gibt es Bestrebungen, die globale Präsenz weiter auszudehnen?Wir haben Händler in verschiedenen Märkten übernommen wie Australien, Chile und Südafrika und werden das auch weiterhin tun, sofern sich Gelegenheiten eröffnen.- Warum trauen Sie sich nicht zu, wie die Ziele für Auftragseingang und Umsatz auch die Ergebnisprognose für 2017 anzuheben?Unser Ebit wächst wie der Umsatz ebenfalls zweistellig und wird sich am oberen Ende der Prognose bewegen. In der Vergangenheit sind wir noch nie dafür bestraft worden, am Kapitalmarkt zu zurückhaltend zu sein. Im Gegenteil. Wir haben in den vergangenen acht Jahren Vertrauen aufgebaut, indem wir das, was wir versprochen haben, immer gehalten oder übererfüllt haben.—-Das Interview führte Carsten Steevens.