Kampf um Rohstoffe
Kampf um Rohstoffe
Todesdeal. Veit Etzold. Droemer, München 2015. ISBN 978-3-426-30434-1, 480 Seiten, 14,99 Euro.”In jedem Handy steckt ein Stück Kongo.” Eine wirklich gruselige Vorstellung nach der Lektüre von “Todesdeal” des Spannungsspezialisten Veit Etzold. “Rohstoffe um jeden Preis”, wie ein Protagonist den Kampf um kostbare Rohstoffe beschreibt, ohne die digitale Geräte nicht möglich wären, würde die Story ebenfalls treffend zusammenfassen. Im Kongo prallen die Interessen chinesischer Investoren, russischer Oligarchen, deutscher Waffenhändler, Geheimdiensten, Warlords und Kindersoldaten aufeinander. Mittendrin der junge, unerfahrene Journalist Martin Fischer, der nach Afrika geschickt wurde, um eine Reportage über Dian Fossey und ihre Gorillas zu schreiben. Er wird zum Spielball der Parteien im Verteilungskampf um die Bodenschätze – auch Deutschlands, das nur stark sei, wenn seine Industrie es sei, die dazu von Rohstoffe abhängig ist, wie Etzold schreibt. Dass sich der Autor, der internationales Management studiert und für Banken und Unternehmensberatungen gearbeitet hat, in Finanz- und Politik-Themen auskennt, lässt er den Leser merken: Leider ist manche Textpassage recht lang, belehrend geraten und bietet zu viel Hintergrund. Das bremst den Lesefluss, bringt die Story nicht weiter. Sieht man darüber hinweg, hat Etzold einen interessanten und gedankenanregenden Thriller über den im Namen des Fortschritts legitimierten Raubbau an Umwelt und Menschen geschrieben.ba