Kion drückt bei Investitionen auf die Tube

Gabelstaplerhersteller baut neues Werk in China und kauft britisches Softwareunternehmen

Kion drückt bei Investitionen auf die Tube

ds Frankfurt – Der Gabelstaplerhersteller Kion lässt sich von zunehmenden globalen Handelsschranken und der Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus nicht irremachen und geht bei den Investitionen in die Vollen. Der größte börsennotierte Maschinenbauer hierzulande – gemessen an der Marktkapitalisierung von 6 Mrd. Euro – baut ein neues Werk für Gegengewichtsstapler im ostchinesischen Jinan in China für 100 Mill. Euro und übernimmt zudem einen britischen Logistiksoftwarespezialisten namens Digital Applications International (DAI) für 120 Mill. Euro.Dafür nimmt der Logistikspezialist, der zu 45 % von Chinas Weichai Power kontrolliert wird, in Kauf, dass das Betriebsergebnis im laufenden Turnus sinkt. Mittel- und langfristig sollen sich die Investitionen jedoch auszahlen, erklärte Vorstandschef Gordon Riske bei der Bilanzvorlage in Frankfurt.”An der langfristigen Bedeutung von China werden weder das Coronavirus noch Handelsschranken etwas ändern”, erklärte Riske mit Blick auf die hohen Investitionen. Er räumte zugleich ein, dass bei Kion derzeit in China Produktionsrückstände wegen Einschränkungen durch das Coronavirus sowie durch das chinesische Neujahrsfest von rund 10 % aufgelaufen seien. In China produziert Kion nach eigenen Angaben rund 7 % des Staplerumsatzes. Die eigenen Werke rund um den Globus seien heute alle “im vollen Gang”, so Riske, aber die Auswirkungen des Virus in der Zulieferkette könne man derzeit schwer abschätzen.Bei der Jahresprognose werden folglich “mögliche Effekte aus weltweiten Pandemien wie Covid-19 oder vergleichbaren Vorkommnissen”, wie es heißt, “aufgrund der unzureichenden Datenlage” ausgeklammert. Für 2020 rechnet Kion mit Erlösen in einer Spanne von 8,65 Mrd. bis 9,25 Mrd. Euro nach 8,8 Mrd. Euro im Vorjahr. Beim Betriebsergebnis (Ebit) wird wegen der Belastungen durch die Investitionen ein Abrutschen auf 770 Mill. bis 850 Mill. Euro erwartet nach 851 Mill. Euro im Vorjahr.Im vergangenen Turnus hat Kion wie bereits berichtet glänzend abgeschnitten (vgl. BZ vom 18. Januar) und die Erlöse um 10 % und das bereinigte operative Ergebnis um 8 % hochgefahren. Das Nettoergebnis kletterte, wie mit der gestrigen Bilanzvorlage bekannt wurde, um knapp 11 % auf 445 Mill. Euro, was einer Nettomarge von 5 % entspricht – was für einen Maschinenbauer “ziemlich einzigartig” sei, so Riske. Zum Vergleich: Der kleinere Konkurrent Jungheinrich, der vor allem in Deutschland produziert, erzielte eine Nettomarge von 4,4 % in den ersten neun Monaten 2019. Kion-Aktien notierten am Dienstag 1,8% im Plus bei 49,58 Euro.