KKR ist im Rennen um Halbleiter von Toshiba vorne

Finanzinvestor bietet mit Konsortium 16 Mrd. Dollar

KKR ist im Rennen um Halbleiter von Toshiba vorne

sp New York – Der US-Finanzinvestor KKR hat sich im Rennen um die Halbleitersparte der japanischen Toshiba in eine aussichtsreiche Position gebracht. Zusammen mit der halbstaatlichen Investmentgesellschaft Innovation Network Corp. of Japan (INCJ) und der Development Bank of Japan bietet KKR laut Bloomberg umgerechnet wenigstens 16 Mrd. Dollar für die Sparte. Toshiba hat das Geschäft mit Speicherchips wegen der Pleite mit der US-Tochter Westinghouse ins Schaufenster gestellt, um die finanziellen Belastungen durch das Aus im Geschäft mit der Atomenergiebranche stemmen zu können.Der Konzern gebe der Offerte des Konsortiums den Vorzug gegenüber anderen Interessenten, da die Beteiligung von INCJ und der japanischen Entwicklungsbank die Zustimmung von Regulierungsbehörden erleichtern und den Verkauf beschleunigen würde, so dass die dringend benötigten Mittel schneller zur Verfügung stehen würden, heißt es in US-Medienberichten unter Berufung auf Insider. Das Unternehmen habe sich allerdings noch nicht definitiv für die Offerte entschieden und noch sei auch eine Fortsetzung der laufenden Auktion möglich, heißt es weiter. Sprecher von Toshiba, INCJ und KKR äußerten sich nicht zu den Berichten. Zu den weiteren Interessenten für die Aktivitäten zählen unter anderem die als Foxconn international bekannte Hon Hai Precision Co. aus Taiwan, SK Hynix aus Südkorea und der US-Halbleiterkonzern Broadcom, der 2015 aus dem 37 Mrd. Dollar schweren Zusammenschluss von Avago mit Broadcom entstanden ist. Joint-Venture-Partner dabeiDer Speicherspezialist Western Digital, der im Rahmen eines Joint-Venture-Vertrages mit Toshiba in den vergangenen 17 Jahren nach eigenen Angaben mehr als 13 Mrd. Dollar in gemeinschaftlich betriebene Produktionsanlagen in Japan investiert hat, prüft nach Angaben von Insidern ebenfalls einen Einstieg in das Konsortium um KKR und INCJ. Vor etwas mehr als drei Wochen hatte Western-Digital-Chef Stephen Milligan dem angeschlagenen Partner mitgeteilt, dass Toshiba ihre Speicherchip-Sparte gemäß den geltenden Verträgen mit Western Digital nicht ohne deren Zustimmung verkaufen darf.