Knorr-Bremse verabschiedet sich vom Jahresziel

Konzern warnt vor Umsatz- und Gewinnrückgang

Knorr-Bremse verabschiedet sich vom Jahresziel

sck München – Die Coronavirus-Pandemie zwingt auch Knorr-Bremse in die Knie. Der Branchenprimus für Schienen- und Nutzfahrzeugbremssysteme teilte ad hoc mit, angesichts der Krise seine Prognose für das laufende Jahr auszusetzen. Nach heutiger Einschätzung sei es nicht mehr möglich, den Geschäftsverlauf verlässlich abzuschätzen. Der Vorstand warnte nun vor einem “deutlichen Rückgang” beim Umsatz und beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda).Die Anleger reagierten am Freitag auf die Nachricht vergrätzt. Die Aktie von Knorr-Bremse dreht ins Minus und büßte zeitweise 2,8 % an Wert ein. Das Papier beendete den Xetra-Handel bei 76,17 Euro (- 2,5 %).Angesichts einer drohenden tiefen Rezession kündigte der traditionsreichen Münchner Konzern an, zur Sicherung der Liquidität zusätzliche Kreditlinien von 750 Mill. Euro in Anspruch zu nehmen. “Damit vergrößert das Unternehmen seinen operativen Handlungsspielraum.” Nach vorläufigen Angaben verfügte Knorr-Bremse Ende vergangenen Jahres über liquide Mittel “von mehr als” 1,8 Mrd. Euro. Die Netto-Cash-Position betrug dem Unternehmen zufolge zum Jahresultimo 320 Mill. Euro.Zugleich plant Knorr-Bremse unter anderem die Einführung von Kurzarbeit in deutschen Werken und einen Personalabbau an Standorten in Nord- und Südamerika.Trotz der eingetrübten Lage will Knorr-Bremse an ihrer Dividendenpolitik festhalten und 40 bis 50 % des Konzernüberschusses ausschütten.