Konflikt dämpft Grammer-Geschäft

Börsen-Zeitung, 29.4.2017 sck München - Der Machtkampf mit der Investorenfamilie Hastor wirkt sich negativ auf das Neugeschäft des Autozulieferers Grammer aus. Zur Vorlage der Eckdaten fürs erste Quartal beklagte das SDax-Mitglied "eine spürbare...

Konflikt dämpft Grammer-Geschäft

sck München – Der Machtkampf mit der Investorenfamilie Hastor wirkt sich negativ auf das Neugeschäft des Autozulieferers Grammer aus. Zur Vorlage der Eckdaten fürs erste Quartal beklagte das SDax-Mitglied “eine spürbare Zurückhaltung unserer Kunden bei der Vergabe von Neuaufträgen”. Erstmals seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2010 seien die Auftragseingänge im Segment Automotive rückläufig. Der Vorstand führt dies auf den Konflikt mit dem aus Sarajevo stammenden Clan (hielt zuletzt 20 % des Grundkapitals) zurück. Die Schwäche bei Neubestellungen könnte sich im Falle der Kontrollübernahme und bei einer Fortsetzung des Engagements der Hastors “weiter verschärfen”, warnte Grammer. Autohersteller könnten sich dann entscheiden, künftige Aufträge nicht mehr an Grammer zu vergeben, was eine “substanzielle Gefährdung” der Auftragslage bedeutete.Im ersten Quartal steigerte der Konzern den Umsatz um 8 % auf 458 Mill. Euro. Das operative Ergebnis sprang um mehr als die Hälfte auf 23 Mill. Euro. Auf der Hauptversammlung am 24. Mai wird sich entscheiden, wer die Auseinandersetzung gewinnt. Dieser Tage wandelte Grammer eine Anleihe des Kooperationspartners Jifeng in Anteile um. Die Chinesen halten nun 8,4 % an Grammer, die ein Bollwerk gegen die Hastors aufbaut.