K+S kommt mit Abbau der Schulden nicht voran

Antrag auf KfW-Kredit wäre "Vorsichtsmaßnahme"

K+S kommt mit Abbau der Schulden nicht voran

md Frankfurt – Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S betrachtet einen möglichen Antrag auf Staatshilfe durch die KfW als “Vorsichtsmaßnahme”. Finanzvorstand Thorsten Boeckers betonte am Montag in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen keinen dringenden Liquiditätsbedarf habe. Das erste Quartal sei gut gelaufen, und der Konzern hoffe, das Jahr ohne größere Verwerfungen im operativen Geschäft zu überstehen, so der CFO in einer Telefonkonferenz. “Wir wissen aber nicht, was uns noch bevorsteht”, fügte Boeckers mit Blick auf die Coronakrise hinzu. Mit ihrem spekulativen Rating seien K+S einige Liquiditätsquellen verschlossen. Es sei nicht absehbar, wie sich die Finanzierungsmöglichkeiten über den Kapitalmarkt entwickelten. “Hier bietet uns die KfW Hilfe an.”Boeckers wollte sich nicht dazu äußern, ob K+S bereits einen Darlehensantrag bei der staatlichen KfW gestellt hat oder wie hoch dieser ausfallen könnte. Er sagte lediglich, K+S wolle sich alle Optionen der Finanzierung offenhalten.Das Unternehmen mit Sitz in Kassel hatte am Freitag mitgeteilt, für 2019 nur die gesetzliche Mindestdividende von 4 Cent je Aktie auszuschütten statt wie zuvor geplant 15 Cent (vgl. BZ vom 9. Mai). Die Anpassung ist Voraussetzung für einen staatlich abgesicherten Kredit der KfW. Ebenfalls vor dem Wochenende hatte K+S Umsatz und operatives Ergebnis des ersten Quartals genannt. Der Umsatz fiel im Vergleich zur Vorjahreszeit um 14 % auf 1,09 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist um ein Viertel auf 201 Mill. Euro gesunken. Nach Angaben vom Montag brach das bereinigte Konzernergebnis um 76 % auf 26 Mill. Euro ein. Das ausgewiesene Periodenergebnis wurde sogar in Rot geschrieben: Es landete bei – 2 Mill. Euro nach einem Plus von 109 Mill. im Vorjahr. Mit 2,9 Mrd. in der KreideK+S ist hoch verschuldet. Ursache ist der Bau des Kaliwerkes Bethune in Kanada. Es hat etwa 3,1 Mrd. Euro gekostet und blieb damit bis zur Eröffnung im Mai 2017 innerhalb des 2013 aufgestellten Budgets. Doch die ersten Produktionsjahre fielen in eine Phase des weltweiten Überangebots an Kaliumchlorid – ein Salz, das zur Herstellung von Kalidünger genutzt wird. Folge war eine Baisse auf dem Düngermarkt, in der der Abbau der Verschuldung von K+S viel langsamer vorankam als geplant.Gemäß dem Zwischenbericht beliefen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. März auf 2,92 Mrd. Euro und waren damit im Jahresvergleich fast unverändert hoch. Da aber die Ergebnisse deutlich zurückgegangen sind, hat sich das Verhältnis der Nettofinanzverbindlichkeiten zum Ebitda – eine Größe, die bei der Ratingermittlung eine wichtige Rolle spielt, – auf 5,1 (i.V 4,6) deutlich verschlechtert. Der freie Cash-flow, ebenfalls eine zentrale Kennzahl für die Ratinganalysten, sank im Jahresvergleich von 233 Mill. auf 204 Mill. Euro. – Personen Seite 16