Küchenhersteller Alno verkauft Tochter Pino

Weiterer Massekredit - Insolvenzverfahren eröffnet

Küchenhersteller Alno verkauft Tochter Pino

igo Frankfurt – Das Amtsgericht Hechingen hat zum 1. Oktober das Insolvenzverfahren über den Küchenhersteller Alno und seine Töchter Wellmann und Pino eröffnet. Für Pino ist indes Rettung nahe. Die Gläubigerausschüsse von Alno und Pino nahmen am Wochenende ein Kaufangebot für Pino an. Käufer und Preis wurden nicht mitgeteilt. Die Transaktion steht unter Kartellvorbehalt und bedarf der Zustimmung des Insolvenzverwalters Martin Hörmann. Der wolle das Angebot annehmen, hieß es weiter.Alno dürfte demnach in Teilen verkauft werden. Für den Mutterkonzern und Wellmann ist Hörmann weiter in Gesprächen mit Interessenten. Hörmann sicherte in der vergangenen Woche zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs einen weiteren Massekredit über 10 Mill. Euro. Zum 30. September war das Insolvenzgeld ausgelaufen; durch den Kredit können die 1 600 Mitarbeiter weiter bezahlt werden. Das Geld soll der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” zufolge von der Investmentgesellschaft Riverrock kommen. Zuvor hatten bereits die Unternehmerfamilie Hastor – bis zur Insolvenz Hauptgesellschafterin von Alno – sowie der Investor Robus Capital Management Darlehen in Höhe von 3 Mill. und 10 Mill. Euro gewährt. Kunden, Gläubiger und Banken sind nicht mehr bereit, dem Unternehmen, das seit seinem Börsengang 1995 nahezu jedes Jahr Verluste schrieb, weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen.Die frühere Alno-Finanzchefin Ipek Demirtas hatte über ihre Holding First EPA bereits Ende Juli für Pino geboten, die finanziell deutlich besser dasteht als Alno. Zu diesem Zeitpunkt war Pino noch nicht von der Insolvenz betroffen (vgl. BZ vom 25. Juli). Das Angebot war vom damaligen Vorstand um Christian Brenner jedoch abgelehnt worden. Ob First EPA nun den Zuschlag erhielt, wollte ein Sprecher nicht kommentieren. Der Käufer wolle im Rahmen der übertragenden Sanierung den Geschäftsbetrieb, die Markenrechte und die 230 Pino-Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt rückwirkend zum 1. Oktober übernehmen.