WERTBERICHTIGT

Kühne mit dem Brecheisen

Börsen-Zeitung, 29.5.2020 Der Vorstoß von Klaus-Michael Kühne, einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat von Hapag-Lloyd für sich zu reklamieren, ist nachvollziehbar: Der Großaktionär hat seine Beteiligung an der Containerreederei auf 30 % erhöht und liegt...

Kühne mit dem Brecheisen

Der Vorstoß von Klaus-Michael Kühne, einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat von Hapag-Lloyd für sich zu reklamieren, ist nachvollziehbar: Der Großaktionär hat seine Beteiligung an der Containerreederei auf 30 % erhöht und liegt gleichauf mit der chilenischen Luksic-Familie. Im Kontrollgremium besteht jedoch keine Parität bei der Mandatszahl. Dafür gibt es seit dem Einstieg der Chilenen bei der Reederei Ende 2014 Gründe. Inzwischen hat sich die Lage für Hapag-Lloyd aber deutlich verbessert. Die Hamburger dürften eher als andere zu möglichen Konsolidierern in der Branche gehören. Vor diesem Hintergrund mehr Mitsprache einzufordern, ist plausibel. Aber auch für Kühne gelten Vorschriften, was Anträge zu Hauptversammlungen angeht. Und es müssen Aufsichtsratsposten freiwerden, was beim nächsten Treffen nicht ansteht. Jetzt über die Öffentlichkeit zu versuchen, Ansinnen mit dem Brecheisen durchzusetzen, ist der verkehrte Weg. Besser wären Gespräche mit Luksic und der Stadt Hamburg, mit denen Kühne über eine langfristige Aktionärsvereinbarung ohnehin verbunden ist.ste