Landis+Gyr fällt bei Investoren durch
Landis+Gyr fällt bei Investoren durch
wb Frankfurt – Mit einem Kursabschlag von bis zu 5,7 % haben Investoren gestern den ersten Zwischenbericht des Messtechnikunternehmens Landis+Gyr seit dem Börsengang in Zürich quittiert. Die im Juli zu 78 sfr verkaufte Aktie lag am Donnerstag zum Handelsschluss bei 68,95 sfr. Das erste Rechenwerk seit dem IPO wird von zahlreichen Sonderfaktoren verzerrt. Abstriche an den Prognosen zum Börsengang werden in dem Bericht zur ersten Hälfte des Turnus 2017/18 nicht gemacht. Die unter Druck stehende Toshiba hatte Landis+Gyr im europaweit zweitgrößten IPO des Jahres im Volumen von 2,43 Mrd. Dollar verkauft.Auf bereinigter Basis, also ohne Kosten des Börsengangs (24,8 Mill. Dollar), Restrukturierungsaufwendungen in Europa, Gewährleistungszahlungen früherer Aufträge und andere Altlasten, wurde die operative Marge (Ebitda) leicht auf 12,6 % gesteigert. Das operative Ergebnis von bereinigt 109 Mill. Euro stammt allein aus dem US-Geschäft, wo sich das Auftragspolster allerdings um 12,5 % auf 1,7 Mrd. Dollar verringerte. Konzernweit lag der Orderbestand per Ende September mit knapp 2,5 Mrd. Dollar um gut 8 % niedriger als vor Jahresfrist. Dabei wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Turnus Bestellungen von 821 Mill. Dollar oder 28 % mehr als damals gebucht. Höheres WachstumDas Wachstum in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2017/18 (per Ende März) werde höher ausfallen, heißt es. Mindestens 70 Mill. sfr sollen für 2017/18 als Dividende aus der Kapitalreserve ausgeschüttet werden. Künftig sollen mindestens drei Viertel des freien Cash-flow dafür genutzt werden. Das bereinigte Ebitda soll sich im laufenden Jahr verglichen mit den 212 Mill. Dollar aus dem vorigen Turnus flach entwickeln. Mittelfristig wird eine Steigerung der Marge um 100 bis 150 Basispunkte angestrebt. Umsatz und freier Cash-flow könnten sich dagegen etwas besser als bislang angenommen entwickeln, heißt es. Anlässlich des Börsengangs hatte die Gruppe mit einem Umsatzwachstum von 3 % gerechnet und das Erreichen eines freien Cash-flow von 60 Mill. bis 70 Mill. Dollar als Ziel ausgegeben. Bis 2020 strebt das Unternehmen Wachstumsraten in hoher einstelliger Prozentstärke an, und der Cash-flow soll jeweils über 100 Mill. Dollar liegen. Inklusive der Sonderfaktoren weist Landis+Gyr ein von 67 Mill. auf 43 Mil. Dollar gesunkenes Ebitda aus. Netto ergibt sich ein Konzerngewinn von 5,1 Mill. nach einem Verlust im Vorjahr von 13 Mill. Dollar. Der freie Cash-flow erreicht 20,6 Mill. Dollar und liegt damit um 42 Mill. über dem der Vorjahresperiode. Die Nettoverschuldung wurde von 229 Mill. auf 107 Mill. Dollar gedrückt.Der aus der Not von Toshiba geborene Börsengang des Stromzählerherstellers – die Federführung hatten UBS und Morgan Stanley – war der größte in der Schweiz seit elf Jahren. Landis+Gyr bezeichnet sich als einen führenden Anbieter von Smart Metering und Energiemanagement. Man wirke an der Entwicklung der weltweiten Energieversorger an vorderster Front mit und ermögliche den Übergang von herkömmlichen Stromnetzen zu “Smart Grids”.