Laptop-Bann könnte Schaden in Millardenhöhe verursachen

Reisebranche auf den Barrikaden - Treffen in Brüssel

Laptop-Bann könnte Schaden in Millardenhöhe verursachen

lis Frankfurt – Der Airline-Verband IATA rechnet damit, dass eine Ausweitung des Laptop-Verbots in Flugzeugkabinen einen Schaden von mehr als 1 Mrd. Dollar anrichten könnte. Das sagte der Chef der IATA, Alexandra de Juniac, am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg. Derzeit gibt es Überlegungen, das bereits in einigen arabischen Ländern für Flüge Richtung USA geltende Verbot auf Flugreisen von Europa nach USA auszuweiten. Am Mittwoch trafen sich zu diesem Thema die Verantwortlichen der EU-Kommission mit Vertretern der US-Behörden in Brüssel.”Reisen mit Laptop ist Teil des täglichen Lebens”, sagte de Juniac, der damit rechnet, dass ein Verbot den Geschäftsreiseverkehr über den Atlantik “signifikant” belasten würde. Während der bisher geltende Bann wöchentlich etwa 350 Flüge betrifft, würde sich das Verbot nach einer Ausweitung auf Europa auf über 2 500 Verbindungen erstrecken. Die IATA geht davon aus, dass dies zu Belastungen von rund 655 Mill. Dollar durch einen Rückgang der Produktivität führen würde. Die vermutlich längeren Reisezeiten verursachen nach Ansicht des Verbandes einen Schaden von 216 Mill. Dollar, außerdem werden die Kosten für die Anmietung von Elektronikgeräten an Bord mit fast 200 Mill. Dollar veranschlagt. Aber auch auf die Fluggesellschaften werden vermutlich Zusatzkosten zukommen, denn ein Verbot von Elektronikgeräten in der Flugzeugkabine erhöhe den Aufwand beim Einchecken und Gepäckverladen und haben daher wohl auch Verspätungen zur Folge. De Juniac fordert Alternativen zu dem erwarteten Bann wie etwa verbesserte Sprengstoffuntersuchungen von tragbaren Computern. Geschäftsreisen überdenkenAuch der deutsche Geschäftsreiseverband VDR hatte bereits vor den wirtschaftlichen und finanziellen Folgen eines Laptop-Verbots auf Transatlantikflügen gewarnt. Erwartet werden in einem solchen Fall Buchungsrückgänge und deutliche Produktivitätsverluste, wenn Manager auf ihren Flugreisen ihre Rechner nicht mehr mit in die Kabine nehmen dürfen. “Bei sehr konservativen Kalkulationen kommen wir bei jährlich rund 720 000 Geschäftsreisenden in die USA auf einen Produktivitätsverlust von mindestens 160 Mill. Euro”, hatte VDR-Geschäftsführer Hans-Ingo Biehl vorgerechnet. Käme der Bann, würden Firmen Geschäftsreisen nach USA zwangsläufig auf den Prüfstand stellen.