Leoni wird pulverisiert
Leoni wird pulverisiert
Der Kurssturz des Aktienmarktes am Donnerstag ist atemberaubend – und doch nur eine Zahl. Das Minus in zweistelliger Prozenthöhe wird in die Geschichtsbücher eingehen. Wirklich relevant aber sind die Schicksale, die hinter diesen aggregierten Ziffern stehen. Pars pro toto sei der Autozulieferer Leoni genannt, der 93 000 Menschen beschäftigt. Am Donnerstag betrug das Kursminus 18 %. Mit einem Schlusskurs von 5,43 Euro je Aktie notierte Leoni erstmals niedriger als am schlimmsten Tag der Finanzkrise im Jahr 2009. Mehr noch: Niemals seit dem Börsengang war die Firma so niedrig bewertet. Die Marktkapitalisierung beträgt nur 180 Mill. Euro. Dies hat seinen Grund: Der Autozulieferer ist finanziell klamm und außerdem auf Just-in-time-Lieferung spezialisiert. Das Coronavirus droht diese Lieferbeziehungen – die bislang halten – zu zerreißen. Zudem ist der Kunde Autoindustrie unter Druck. In wenigen Tagen muss Leoni eigentlich neue Kreditverträge abschließen. Es wird spannend, wie die Banken entscheiden in einer Welt, in der Risikoaversion das Motto der Stunde ist. mic