Leuchten trüben das Strahlen von Osram

Kleinstes Segment rutscht tiefer in die Verlustzone - Halbleitergeschäft boomt

Leuchten trüben das Strahlen von Osram

jh München – Das Geschäft mit optischen Halbleitern läuft für Osram glänzend. “Wir sind bis unter die Halskrause voll gebucht”, sagte der Vorstandsvorsitzende des Münchner Lichttechnikkonzerns, Olaf Berlien, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Nachfrage sei so groß, dass es in manchen Produktsparten Engpässe gebe. Gefragt seien vor allem optische Halbleiter für die Autoindustrie, etwa für Regensensoren und Einparkhilfen, und für Smartphones, zum Beispiel für die Iris- und Gesichtserkennung. Das Segment Optische Halbleiter steigerte im zweiten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres (30. September) den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 24 % auf 430 Mill. Euro.Auch die am Erlös gemessen zweitgrößte Sparte Spezialbeleuchtung (vor allem Autolicht) wächst kräftig: von Januar bis März um gut 8 % auf 610 Mill. Euro. Ausnahme sind Leuchten, Lösungen und Systeme (LSS), das kleinste der drei Geschäftssegmente. Hier stagnierte der Umsatz mit 243 Mill. Euro, der Verlust weitete sich sogar aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rutschte auf – 15 (i.V. – 1) Mill. Euro ab.LSS, das Geschäftsfeld für Gebäude- und Stadtbeleuchtung, ist seit knapp zwei Jahren ein Restrukturierungsfall und soll in diesem Jahr die Gewinnzone erreichen. “Das wird jetzt etwas schwieriger”, sagte Finanzvorstand Ingo Bank. LSS habe unter einem schwachen Markt in den USA gelitten, wo Großprojekte verschoben worden seien, berichtete Konzernchef Berlien. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres sei dort aber mehr Dynamik zu erwarten. Das Verhältnis des Auftragseingangs zum Umsatz (Book-to-Bill-Ratio) liege weit über 1. Jahr 2020 entscheidendLSS habe wie von Anfang an geplant bis zum Jahr 2020 Zeit, um sich stetig zu verbessern und in drei Jahren eine Ebitda-Marge von 8 % zu erzielen, sagte Berlien. “Wenn nicht, stellt sich die Frage, ob wir LSS langfristig in der Gruppe behalten.” Nach Ansicht der Commerzbank dürfte schon jetzt die Frage nach einer Abspaltung dieses Segments lauter werden.Der Aktienkurs von Osram gab am Mittwoch um 2,1 % auf 60,87 Euro nach. Am Vortag hatte er noch auf den Höchststand von 62,20 Euro zugelegt. Da hatte das Unternehmen die Umsatz- und Ergebnisprognose für das aktuelle Geschäftsjahr leicht erhöht (vgl. BZ vom 3. Mai).