Linde appelliert an Aktionäre

Vorstandschef Belloni ermuntert zum Anteilstausch

Linde appelliert an Aktionäre

jh München – 20 Tage vor Ablauf der Umtauschfrist haben 27,7 % des Grundkapitals von Linde das Angebot angenommen, ihre Anteile in Aktien der Holding Linde plc zu tauschen. In dieser Gesellschaft mit Sitz in Dublin wollen die beiden Industriegasekonzerne Linde und Praxair ihr Geschäft zusammenlegen. Eine Woche zuvor hatte das Münchner Unternehmen als Zwischenstand 21,8 % gemeldet. Die Umtauschfrist endet am 24. Oktober. Bisher gilt als Bedingung für eine Fusion eine Mindestannahmequote von 75 %. Werbung mit InvestorenAldo Belloni, der Vorstandsvorsitzende von Linde, wandte sich in einem Brief an die Aktionäre und bittet sie, vom “Tauschrecht Gebrauch zu machen und so die Zukunft des Unternehmens aktiv mitzugestalten”. Er wirbt damit, dass mehrere institutionelle Investoren das Angebot annähmen. Darunter seien Artisan Partners, Dodge & Cox, Norges Bank, Nuveen TIAA, Schroder Investment Management und Union Investment. Die norwegische Notenbank Norges Bank verwaltet den norwegischen Staatsfonds und hat, wie berichtet, dessen Anteil von 5,1 % zum Tausch angeboten.Für den Fall, dass die Annahmequote von mindestens 75 % nicht erreicht wird, hatte Vorstandschef Belloni angekündigt, mit Praxair über eine Senkung zu sprechen. Die Anteilseigner des US-amerikanischen Partners stimmten Ende September auf einer außerordentlichen Hauptversammlung mit deutlicher Mehrheit für die im Juni veröffentlichte Fusionsvereinbarung (vgl. BZ vom 28. September). Rund 99 % der anwesenden Stimmen, die 83 % des Aktienkapitals entsprachen, befürworteten den Plan.Einen Abschluss der Fusion erwarten Linde und Praxair in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Sollten sich genügend Linde-Aktionäre für den Aktientausch entscheiden, gäbe es noch eine Hürde: die Genehmigungen von 25 Kartellbehörden.