Linde senkt Ausblick für Jahresergebnis

Gasekonzern erwartet schlimmstenfalls Rückgang

Linde senkt Ausblick für Jahresergebnis

jh München – Linde hat die Ergebnisprognose für dieses Jahr reduziert – trotz eines Anstiegs um knapp 12 % im ersten Quartal. In den ersten drei Monaten dieses Jahres zeigten sich erste Folgen der Coronakrise für den Konzern in Asien.Der amerikanisch-deutsche Weltmarktführer für Industriegase rechnete bisher für das gesamte Jahr mit einer währungsbereinigten Zunahme des Gewinns je Aktie um 10 bis 13 %. Nun nimmt das Management im besten Fall einen Anstieg mit einem mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert an. Voraussetzung dafür ist, dass sich das Geschäft früh im dritten Quartal erholt. Sollte sich die Besserung bis zur Mitte des vierten Quartals verschieben, erwartet Linde nur ein stabiles Ergebnis oder sogar einen Rückgang mit einer niedrigen einstelligen Rate.Der Xetra-Kurs der in Frankfurt und New York notierten Aktie der Linde plc fiel am Donnerstag nach Veröffentlichung der Quartalszahlen und der Prognose zeitweise um 2,4 %, beendete den Handel aber mit einem Plus von 1,1 % auf 169,40 Euro.Linde kündigte an, die für dieses Jahr geplanten Investitionen um 400 Mill. Euro auf die Spanne von 3 bis 3,4 Mrd. Dollar zu kürzen. Finanzvorstand Matt White sagte in einer Telefonkonferenz, die Coronakrise werde am stärksten das zweite Quartal von Linde treffen. In den ersten drei Monaten nahm der Umsatz bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen der Energiepreise um 1 % zu (siehe Tabelle). Der größte Konkurrent Air Liquide hatte vor zwei Wochen von einer leichten Zunahme um 0,6 % berichtet.Für Amerika meldete Linde einen Umsatzanstieg um 4 %, für Europa um 1 %. Obwohl Linde in Asien wie in den anderen Regionen eine Preiserhöhung von 2 % durchsetzte, sank dort der Umsatz um 3 %, vor allem weil Kunden in China ihre Betriebe vorübergehend schlossen. Der operative Gewinn stieg dagegen in allen drei großen Regionen. Den operativen Cash-flow erhöhte Linde um 26 % auf 1,35 Mrd. Dollar.Wegen erheblicher Sondereffekte ist das unbereinigte operative Ergebnis mit 733 (i. V. 609) Mill. Euro deutlich niedriger als der bereinigte Wert. 131 Mill. Dollar macht der Aufwand für das Kostensenkungsprogramm aus, 488 Mill. Dollar Buchungseffekte und Kosten für die Fusion von Praxair mit der Linde AG. Für den Rückkauf eigener Aktien gab der Konzern im ersten Quartal 1,8 Mrd. Dollar aus. 511 Mill. Dollar wurden als Quartalsdividende ausgeschüttet.